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Triophilia

Alan Bern, Paul Brody, Michael Rodach

Jazzwerkstatt/Records Vertriebsges. JW 071
(61 Min., 2/2009) 1 CD

So intellektuell gebrochen und zurückhaltend wie der Titel ist die Musik dieses Albums – zumindest bezogen auf die anderen Hervorbringungen des Jazzwerkstatt-Labels, die oft ja in der robusten Free-Jazz-Tradition ostdeutscher Provenienz stehen. Hier spielen zwei Amerikaner und ein Deutscher in der seltenen Besetzung von Akkordeon, Trompete und Gitarre. Alan Bern, der Akkordeonist, der gelegentlich auch Klavier und Melodica spielt, ist ein Forschender zwischen Komposition und Improvisation und ein Pionier der "Neuen jüdischen Musik", auch sein Landsmann, der Trompeter Paul Brody aus dem Kreis um John Zorn, verbindet seinen ursprünglichen Jazzangang mit seinen jüdischen Wurzeln. In Berlin trafen die beiden auf den Gitarreneigenbrötler Michael Rodach und gründeten zusammen ein Trio, das mit "Triophilia" seine erste Einspielung vorlegt. Elf Originals kommen quasi als Miniaturen zur Aufführung. Anklänge an Tango Nuevo, Klezmer oder osteuropäische Volksmusik durchziehen die heiter leisen und dann wieder auch mit derbem Bluestouch oder Bebop-Abstraktion kokettierenden Weisen, bei denen Komponiertes und Improvisiertes organisch ineinander übergehen. Dabei bleibt die Instrumentierung stets zurückhaltend transparent. Natürlichkeit zeichnet diese Musik aus und ein angenehmer Mangel an irgendwelcher Folk- oder Weltmusikseligkeit.

Thomas Fitterling, 23.10.2009



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