Responsive image
Antonio de Cabezón, Clément Janequin, Orlando di Lasso, Francisco Guerrero u.a.

Ministriles Reales

Hespèrion XX, Hespèrion XXI, Jordi Savall

Alia Vox/harmonia mundi AVSA 9864
(129 Min., 1978-2004) 2 CDs, SACD

Die CDs der Alte-Musik-Gruppe Hespèrion XX bzw. Hespèrion XXI (so ab Beginn des 21. Jahrhunderts) unter Leitung des spanischen Gambisten Jordi Savall sind oft durch einen erfreulichen Effekt gekennzeichnet: Sie begeistern schon ab den allerersten Tönen, sie entführen augenblicklich in eine Welt faszinierend opulenter Klanglichkeit. Solches widerfährt auch dem Hörer dieses Doppelalbums mit Instrumentalmusik aus dem Repertoire der "Ministriles", der Hofmusiker auf der iberischen Halbinsel also, aus den Jahren 1450-1690. Die Sammlung beginnt mit Tänzen und Villancicos (ursprünglich gesungene Tanzlieder) des 15. und des beginnenden 16. Jahrhunderts: Kraftvolle Trommelklänge legen den Grund für virtuose Bläsermusik, besetzt mit Cornetten, Posaunen, Dulzianen.
Weltliche Tänze mit Titeln wie "La Spagna" oder "Dit le Bourguynon" bilden die eine Hälfte des vorgestellten Repertoires. Die andere Hälfte kündet davon, wie sich die Ministriles das Vokalrepertoire der Zeit, auch das geistliche, zu eigen machten: Gregorianischer Choral wird ebenso zur Grundlage von Instrumentalmusik wie Messsätze, Motetten oder auch Chansons von Guerrero, Lasso oder Josquin. Die Ausführung der Stücke ist stets auf höchstem Niveau angesiedelt. Ein Blick auf die Besetzungsliste zeigt, dass Savall einmal mehr die Spitzenkräfte der Szene angeheuert hat: Ton Koopman, Andrew Lawrence-King, Lorenz Duftschmid, Katharina Arfken mögen die lange Liste der illustren Namen repräsentieren.

Michael Wersin, 23.10.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Auf so eine Idee muss man erst mal kommen: Darius Milhauds 14. und 15. Streichquartett lassen sich einzeln oder aber gleichzeitig spielen – als Streichoktett. Dieses absurd anmutende Pasticcio-Projekt kann man auf dieser Milhaud-CD des Quatuor Parisii nachhören, das sich für die Oktett-Version Verstärkung durch das Quatuor Manfred geholt hat. Zunächst spielen die Musiker das Octuor à cordes op. 291, danach einzeln die Quatuors Nr. 14 und 15, die ebenfalls die Opuszahl 291 tragen. Ein […] mehr »


Top