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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Jan Dismas Zelenka, Johann Sebastian Bach, Antonio Lotti

Miserere c-Moll, Kantate "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" BWV 12, Missa a tre cori

Balthasar-Neumann-Chor, Balthasar-Neumann-Ensemble, Thomas Hengelbrock

DHM/Sony Music 88697 52684-2
(76 Min., 9/2008) 1 CD

Beeindruckend sind sie auch heute noch, die schmerzlich fortgesponnenen, dissonanten Akkordschläge von Jan Dismas Zelenkas Miserere c-Moll, mit denen Thomas Hengelbrock und seine Musiker ihre neue CD eröffnen. Gleichzeitig erwecken sie aber auch den leisen Verdacht, dass mit der Programmauswahl wieder einmal einem populären, postromantischen Barockbild gehuldigt wird: einem Barockbild, das trotz Interesses an historischer Aufführungspraxis nur diejenigen Stücke gelten lässt, bei denen harsche Dissonanzen und harmonische Extravaganzen im Vordergrund stehen. Doch schon der zweite Satz des Miserere belehrt uns eines Besseren – denn diesen hat Zelenka nach einer Vorlage Girolamo Frescobaldis im strengen "Alten" Stil gestaltet. Die Fragestellung, wie man linienorientierten, kontrapunktischen Passagen alter Schule mit modernen harmonischen Experimenten verbinden kann, faszinierte aber nicht nur Zelenka, sondern ist das spannende Thema der ganzen CD. Auch den berühmten Eröffnungschor von Bachs Kantate "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen", der später in das Crucifixus der h-Moll-Messe wanderte, kann man ob seiner Kombination bewährter motettischer Strukturen mit einem hochexpressiven, chromatischen Lamento als Lösung des gleichen kompositorischen Problems betrachten. Wenn der intelligent gestaltende Tenor Julian Podger noch eine Idee geschmeidiger klingen und der wunderbar körnig-warme und volltönig singende Bass Marek Rzepka noch etwas tief gehender über die von Bach thematisierte Zusammengehörigkeit von Leiden und Erlösung nachdenken würde, wäre die Aufnahme der Kantate das zweite Aha-Erlebnis dieses Programms. Stattdessen erweist sich – wie schon zu Bachs und Zelenkas Zeiten – Antonio Lotti als der Gewinner im Wettstreit der drei mehr oder weniger intensiv mit dem Dresdener Hof verbundenen Komponisten. Seine Missa für drei Chöre überrascht mit der an Händel gemahnenden Durchschlagkraft ihrer schlichten, sangbaren Themen, mit schwindelerregenden harmonischen Ausweichungen und einer abwechslungsreichen Instrumentation. Wobei der erfahrene Opernkomponist Lotti der künstlerischen Persönlichkeit des klar, nachdrücklich und mit publikumswirksamem Schwung, aber dabei doch nie oberflächlich gestaltenden Thomas Hengelbrock am nächsten steht.

Carsten Niemann, 30.10.2009



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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