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Wolfgang Amadeus Mozart

Le nozze di Figaro

Walter Berry, Reri Grist, Ingvar Wixell, Claire Watson, Edith Mathis u.a., Wiener Philharmoniker, Karl Böhm

Arthaus Musik/Naxos 107057
(180 Min., 1966) 2 DVDs

Im Jahre 1941 hat Karl Böhm in Salzburg zuerst Mozarts "Figaro" dirigiert, im Jahre 1966 tat er dies zum letzten Mal – man war derweil zurückgekehrt zu Günther Rennert als Regisseur, der auch 1957 schon eine erfolgreiche Inszenierung in Zusammenarbeit mit Böhm gestaltet hatte. Böhms letzter "Figaro"-Sommer in Salzburg brachte eine weitgehend erneuerte Sängerbesetzung auf die Festspielbühne: die junge Reri Grist als ebenso zarte wie durchtriebene Susanna mit silbrig-klarer, unerhört flexibler Stimme, den Erzkomödianten Walter Berry mit seinem kernig-wohltönenden Bariton, den stimmlich wie darstellerisch präsenten Bassbariton Ingvar Wixell als Grafen. Wie soll man die Freude beschreiben, die eine so altmodische Inszenierung mit einer fulminanten Sängerschar von gestern macht, wenn man sie in schwarz-weiß, teilweise leicht grieselig auf dem Bildschirm erlebt? Es ist wohl weniger der Retro-Aspekt als die absolute Zeitlosigkeit, die diesen "Figaro" so erlebenswert macht. Die Gestalten bewegen sich in barocken Kostümen vor einem ebensolchen Hintergrund, aber ihr Agieren wirkt nicht verstaubt, denn sie sind mit ihren dokumentierten Fähigkeiten höchst aktuell: Sie beherrschen ihre Partien sängerisch wie darstellerisch vollkommen, sie interagieren mit hoher Authentizität, und sie können alle auf ganz unprätentiöse, unverkrampfte Art hervorragend singen. Das ist mehr, viel mehr, als man heute manchmal live zu sehen bekommt.

Michael Wersin, 04.11.2009



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