Responsive image
Franz Schubert, Ludwig van Beethoven

Sinfonie Nr. 7 h-Moll D759 "Die Unvollendete", Sinfonie Nr. 5 c-Moll

K&K Philharmoniker, Matthias Georg Kendlinger

Da Capo, www.dacapo.at
(57 Min., 5/2009) 1 CD

Brauchen wir diese Neuaufnahme von Beethovens Fünfter und Schuberts unvollendeter Sinfonie? Nun, das angesichts der diskografischen Fülle an Einspielungen vielleicht nicht – es sei denn, man verbindet sein Interesse an den Werken mit einem Interesse an der Geschichte des gelernten Volksmusikanten Matthias Georg Kendlinger. Der Tiroler, der erst vor fünf Jahren mit dem Dirigieren begann, hat sich vorgenommen, das von ihm selbst gegründete und hauptsächlich durch Tourneeaufführungen populärer "Johann-Strauss-Galas" finanzierte Orchester durch die Härten des unsubventionierten Musikbusiness hinauf zu den Sternen der höheren Kunst zu führen. Die vorliegende Aufnahme dokumentiert, dass er auf diesem Weg schon ein erstaunlich weites Stück vorangekommen ist – und dass seine K & K Philharmoniker nicht nur schwungvolle Walzer und packende Märsche hinlegen können, sondern auch zur ernsten Musik ein ernstes Wort zu sagen haben. Zwar wirkt der Orchesterklang bei aller Beseeltheit im Detail stellenweise noch ein wenig holzig und auch nicht immer vollkommen intonationsrein. Auch kann Kendlinger nicht bei jedem Übergang die Spannung halten, was sich besonders im ehrgeizig langsam angegangenen zweiten Satz der Schubertsinfonie bemerkbar macht. Aber Kendlingers urkräftiges Forte bei gleichzeitiger Sensibilität für lyrische Passagen sowie seine Motivationskraft, die die Musiker oft auf der Stuhlkante musizieren lässt, sind klare Pluspunkte für diese CD. Sie sorgen insbesondere bei Beethoven für packende Momente und ein Finale von überzeugender, eigener volkstümlicher Kraft.

Carsten Niemann, 04.11.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zwei geniale Geiger auf einer CD vereint, die die Welt der Klassik und die des Jazz miteinander verbinden, als wäre es das natürlichste der Welt. Einfach toll! Stéphane Grappelli, der französische Geigenvirtuose, weitgehend Autodidakt, aber übersprudelnd vor musikalischen Ideen traf 1973 erstmals auf den acht Jahre jüngeren Yehudi Menuhin, ehemals Wunderkind und damals längst Geigen-Legende. Grappelli hatte mit dem Quintette du Hot Club de France die Clubs aufgemischt, Menuhin die […] mehr »


Top