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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Felix Mendelssohn Bartholdy

Violinsonaten

Antje Weithaas, Silke Avenhaus

Avi/AL!VE 8553138
(67 Min., 9/2008) 1 CD

Es kann nur an Äußerlichkeiten liegen, dass der Musikbetrieb Antje Weithaas nicht in der gleichen Liga spielen lässt wie ihre hübschen Kolleginnen Julia Fischer, Janine Jansen oder Lisa Batiashvili. Bekäme sie die Chance, wäre sie eine aussichtsreiche Kandidatin für einen vorderen Tabellenplatz. Nach den von der Kritik sehr positiv aufgenommenen Aufnahmen der Sonaten von Schubert und Brahms legt Weithaas im bewährten Gespann mit der Pianistin Silke Avenhaus nun auch das Sonatenwerk von Mendelssohn vor – und kann in jeder Hinsicht punkten. Die in Berlin lehrende Geigerin mag man am ehesten mit ihrem Kollegen Christian Tetzlaff vergleichen, mit dem sie nicht ohne Grund als Duo- und Kammermusik-Partnerin häufig konzertiert: Es ist ein ähnlich sachbezogenes, an Epoche und Notentext orientiertes Spiel, in Grenzbereichen nicht ganz so exzessiv, aber doch ausgesprochen emphatisch. Und es ist genau, nicht nur technisch, sondern auch in der Sprechweise: Vibrato, mal mehr, mal weniger Bogendruck, mal ganz zart hörbare Lagenwechsel, die gesamte Tongebung folgt musikalischen Ideen, ist kein Eigenwert mit dem Ziel persönlicher Profilierung. Effekte werden abgerufen, wenn sie Sinn machen, sonst nicht. Man hört gerne und gespannt zu bei dieser sehr wachsamen Mendelssohnlektüre, die von Silke Avenhaus ausgezeichnet gestützt wird, druckvoll, reaktionsschnell, in guter klanglicher Balance. Erstmals ist auf dieser CD ein umfangreicher, gleichwohl Fragment gebliebener Sonatensatz in d-Moll eingespielt – auch der Sammler darf sich also freuen über diesen Beitrag zum Mendelssohnjahr, der uns beinahe durch die Lappen gegangen wäre.

Raoul Mörchen, 02.01.2010



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