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Gabriel Fauré

Mélodies

Yann Beuron, Billy Eidi

Timpani/Note 1 TIM1C1162
(51 Min., 2/2009) 1 CD

Dass französische Lieder, insbesondere diejenigen von Gabriel Fauré, alles andere sind als gefälliges Salongesülze, ist vor allem außerhalb Frankreichs noch gar nicht mit wünschenswerter Klarheit bekannt – und so manche allzu charmante und süßliche Interpretation hat zu diesem Missstand maßgeblich beigetragen. Eine solche tendenziell verharmlosende Darbietung ist Yann Beurons Sache nicht. Gemeinsam mit seinem gleichgesinnten Klavierpartner Billy Eidi bietet Beuron einen höchst intensiven, den Hörer förmlich angreifenden Fauré jenseits aller schönfärberischen Belanglosigkeit. Im Vordergrund stehen bei ihm sowohl textliche Prägnanz wie auch die großen melodischen Bögen, deren spannungsreiche Ausgestaltung ein Hauptmerkmal seines Gesangs ist. Es gibt indes – das sei nicht verschwiegen – einige Momente in diesem Programm, bei denen man sich einen etwas weicheren, charmanteren Stimmeinsatz gewünscht hätte: "Mandoline" aus den Cinq Mélodies "De Venise" op. 58 entgleitet Beuron gerade an jenen Stellen, die einen lockeren Voix-mixte-Einsatz erfordern würden. Nun, mit solchen kleinen Abstrichen kann man leben: Beuron und Eidi präsentieren das Liedrepertoire aus Faurés "reifen" Jahren von 1888 bis 1904 ansonsten so überzeugend, dass man diese CD ohne Umschweife empfehlen kann.

Michael Wersin, 06.02.2010



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