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Antonín Dvořák

Violinkonzert op. 53, Violinsonate op. 57, Sonatine op. 100

Jack Liebeck, Katya Apekisheva, Royal Scottish National Orchestra, Garry Walker

Sony Classical 88697 49963-2
(75 Min., 1/2005 u. 12/2006) 1 CD

Dvořáks frühes Violinkonzert ist ein Stück, das sich nicht von selbst spielt: Trotz prägnanter Themen und einiger pfiffiger formaler Einfälle ermüden Wiederholungen, auch die Materialdurchführung lässt Wünsche offen. Man muss einiges investieren, damit es was hermacht. In so lascher Ausführung wie dieser macht es rein gar keinen Spaß. Nach beherztem Auftakt und durchgehenden Stärken vor allem in sehr hohen Lagen kann der junge britische Geiger Jack Liebeck dem Werk einfach keine Gestalt abringen. Wenn er je mehr im Sinne gehabt hat als einen bloß ordentlichen Durchgang, eine Leseprobe, so hat er sich diesen Ehrgeiz vermutlich von Garry Walker gleich wieder ausreden lassen. Der nämlich dirigiert die Partitur, als sähe er sie tatsächlich zum ersten Mal. Nur das Tempo ist einigermaßen sinnig gestaltet, die Dynamik dagegen im Ensemble kaum gestaffelt, sie dümpelt meist im pauschalen Mezzoforte vor sich hin. Leider wird die Sache nicht viel besser, als sich die Pianistin Katya Apekisheva an Liebecks Seite setzt: So eine unkonzentrierte Allerweltsinterpretation würde man vielleicht an einem regnerischen Sonntagsnachmittag in einem ziemlich kleinen Saal in einer ziemlich kleinen Stadt noch freundlich abnicken. Wer auf die Idee kam, daraus ohne Not eine CD zu machen, soll sich bitte beim Rezensenten melden.

Raoul Mörchen, 20.02.2010



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