Responsive image
Joaquín Rodrigo, Alberto Ginastera u.a.

Concertos and Dances For Harp

Xavier de Maistre, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Bertrand de Billy

RCA/Sony Music 88697 64436-2
(68 Min., 9 u. 12/2009) 1 CD

Es ist nicht nur eine reine Ehrenbezeugung, wenn Xavier de Maistre sein Programm mit spanisch-lateinamerikanischen Werken explizit Nicanor Zabaleta widmet. Denn der 1991 verstorbene Baske war nicht nur der berühmteste Harfenist des letzten Jahrhunderts, sondern auch verantwortlich für das Entstehen der beiden Konzerte, die den Hauptanteil von de Maistres CD ausmachen: Alberto Ginasteras Harfenkonzert entstand ebenso auf Zabaletas Initiative hin wie die Harfenversion, die Joaquín Rodrigo 1974 von seinem berühmten "Concierto de Aranjuez" anfertigte. Rodrigos Hit gewinnt auf der Harfe dabei eine ganz eigene Färbung: Das spanische Kolorit tritt etwas zugunsten der lockeren neoklassischen Faktur des Werks zurück. Das Stück wirkt insgesamt verspielter, rokokohafter, wozu auch der helle, fast überbelichtet wirkende Klang von de Maistres Harfe beiträgt. Für Ginasteras folkloristisch getöntes Werk hätte es allerdings doch mehr rhythmischen Drive und kräftigere Farben gebraucht – de Maistre bleibt hier zu kultiviert, als dass man ihm so musikantische Gesten wie das rhythmische Klopfen auf den Rahmen wirklich abnähme. Der gleiche Zwiespalt prägt auch das Beiprogramm mit Soloarrangements: Der feinsinnige Franzose überzeugt immer dort, wo die Werke der europäischen Salonkultur nahe stehen – wie etwa in Granados’ "Valses poeticos", die herben, schrofferen Züge von Stücken wie de Fallas "Spanischem Tanz" aus "La vida breve" werden hingegen zu sehr geglättet. Spanien für Aquarellmaler.

Jörg Königsdorf, 17.04.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Gab es einen größeren Goethe-Verehrer unter den Komponisten als Ludwig van Beethoven? Den Poeten lernte Beethoven 1812 kennen, da hatte er sich von dessen Werken schon längst zu eigenen Kompositionen inspirieren lassen, vor allem zu einer ausgedehnten Bühnenmusik zum Trauerspiel „Egmont“. Eine geniale Mischung aus Poesie bzw. poetischer Andeutung und musikalischer Ausgestaltung, aus Worten und Klang. Diese Musik habe er „bloß aus Liebe zum Dichter geschrieben“, meinte Beethoven in […] mehr »


Top