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Truth Be Told

Mark Egan

BHM/ZYX BHM 1043-2
(61 Min.) 1 CD

Mark Egan ist eine Bass-Institution. Bei unzähligen Aufnahmen hat er alle möglichen Stars – von Sting bis Pat Metheny – gut aussehen und noch besser klingen lassen. Und dennoch sollte man Egan in musikalischen Fragen offenbar nicht allzu sehr trauen. Zumindest gilt das für seine Einspielung "Truth Be Told", von der der Tieftöner allen Ernstes behauptet, sie komme aus der elektrischen Miles-Davis-/Weather-Report-Ecke. Das ist dann doch relativ weit daneben. Denn Egans Musik dürfte eher einer anderen Epoche zuzuordnen sein: Die zweifellos gewitzten, oftmals recht einprägsamen Themen, die Vorliebe für beinah klinisch glatte Grooves sowie die gesamte Musizierhaltung verweist eher auf den Fusion Jazz der Achtzigerjahre Marke Spyro Gyra. Wer damit geschmacklich klar kommt, wird von Egan und seinen erstklassigen Gesinnungsgenossen allerdings bestens bedient.
Bill Evans' energiereiche Saxofon-Soli, Mitch Formans schräge Synthie-Sounds sowie Vinnie Colaiutas gerne mal schweinigelig um 180 Grad gedrehte Grooves lassen keinerlei Wünsche offen. Und bei Egans meisterhaft logisch aufgebauten und wunderbar fließenden Soli auf dem bundlosen Bass in den Stücken "Sea Saw", "Shadow Play" und "Blue Rain" hört man deutlich, dass der Zartbesaitete nicht nur mal Schüler des großen Jaco Pastorius war, sondern auch ein würdiger Nachfolger ist. An diesen Stellen, da muss man Egan dann doch Recht geben, hinkt der Weather-Report-Vergleich nicht.

Josef Engels, 24.04.2010



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