home

N° 1254
21. - 27.05.2022

nächste Aktualisierung
am 28.05.2022



Responsive image
Leopold Godowsky

Walzermasken

Konstantin Scherbakow

Marco Polo/Naxos 8.22 5276
(75 Min., 11/2007)

Der im polnischen Vilnius geborene Leopold Godowsky war am Klavier ein wahrer Pyrotechniker. Und weil ihm daher manches, was da so auf seinem Notenpult stand, allzu leichtgewichtig vorkam, erhöhte er schon mal artistisch – wie bei den Chopin-Etüden – die Schwierigkeitsgrade. Aber auch ansonsten war Godowsky, der 1938 verstarb, ganz und gar ein Kind des 19. Jahrhunderts – mit seinen Transkriptionen und Paraphrasen, die in bester Tradition von Übervater Franz Liszt standen. Für den 1912 komponierten Zyklus "Walzermasken" reduzierte Godowsky zwar leicht den Virtuosenglamour, einfach so aus dem Ärmel schütteln lassen sich diese 24 Miniaturen dennoch nicht, auch wenn sich das bei Konstantin Scherbakow immer so anhört.
Die "Walzermasken" sind vorrangig kleine Vignetten im recycelten Stile etwa von Franz Schubert, Johannes Brahms und natürlich von Frédéric Chopin. Geschmack- und reizvoll kommen diese Imitationen daher, während die "Symphonischen Metamorphosen Johann Strauss'scher Themen", die Godowsky ebenfalls 1912 herausgab, eine dieser umwerfend glitzernden und brillanten Fantasien sind, von denen man so gar nicht genug bekommen kann. Besondere Schmankerln in den "Walzermasken" bilden zwischendurch diese leichthändig hingeworfenen Impressionen von der Walzerstadt Wien – der ein halbes Jahrhundert später, im besten Godowsky-Stil, auch ein Friedrich Gulda eine ähnliche Reverenz erweisen sollte.

Guido Fischer, 15.05.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Der Klarinettist Sebastian Manz und der Pianist Herbert Schuch sind beide anerkannte Meister auf ihrem Instrument. Für ihr neues Album bei Berlin Classics haben sie sich zusammengetan, um drei bedeutende Duowerke der Romantik gemeinsam zu durchschreiten, die auf raffinierte Art und Weise die Klarinettenstimme mit dem Klavierpart verweben: Johannes Brahms’ zwei Klarinettensonaten, die dieser dem damaligen Starklarinettisten Richard Mühlfeld auf den Leib schrieb, die späten Fantasiestücke […] mehr


Abo

Top