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French Suite

Thomas Savy, Bill Stewart, Scott Colley

Plus Loin/harmonia mundi PL 100
(60 Min., 6/2009)

Es war einmal eine Zeit, in der kleine Schallplatten, die sogenannten Singles, einen Durchmesser von 17,78 Zentimetern hatten. Mit 17 mal 17 Zentimetern geriet die Verpackung der "French Suite" von Thomas Savy etwas kleiner – und außerdem handelt es sich um eine große Musik auf einer ebenso aufwendig wie liebevoll verpackten, normal dimensionierten Compact Disc. Denn der französische Bassklarinettist spielte mit zwei Amerikanern, dem Bassisten Scott Colley und dem Schlagzeuger Bill Stewart, eine faszinierende Suite sowie nicht minder attraktive Versionen der Jazzstandards "Come Sunday" aus Duke Ellingtons Suite "Black, Brown and Beige" und "Lonnie’s Lament" aus dem Œuvre von John Coltrane ein. Da die Musiker vor der zweitägigen Aufnahmesession nie zusammen musiziert hatten, steht in den zehn kammermusikalischen Stücken stets Savys Bassklarinette im Vordergrund, während die beiden Partner eher untermalen, begleiten und unterstützen. Diesen Part füllen sie allerdings so souverän und bestens mit Savy abgestimmt aus, dass die Rollenverteilung zur Nebensache wird und eigentlich nur die Frage aufkommt, wie großartig dieses fantastische Ensemble wohl klingen könnte, wenn es permanent zusammenarbeitete. Denn Savys bestens ausgeformter, von den Tiefen bis zu den Höhen gleichermaßen intensiver Ton und sein wunderbares Gespür für Spannungszustände und melodische Entwicklungen passen ganz hervorragend zu dem impulsiven Spiel seiner Partner. Nach dem Tod von Eric Dolphy im Jahr 1964 hat der Jazz endlich wieder einen Bassklarinettisten von Format.

Werner Stiefele, 22.05.2010



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