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Come A Little Closer

Tina Trumpp

TTRUmusic/Edel 1091173TTP
(45 Min.)

Nicht, dass man etwas gegen Joni Mitchell, Stevie Wonder oder Bob Dylan hätte – aber irgendwie ist es doch mal ganz schön, dass ihre Namen hier nicht erwähnt werden. Die Sängerin Tina Trumpp beruft sich bei ihrem Debütalbum ausdrücklich auf, sieh mal einer an, Shirley Horn. Sie bricht so mit dem ungeschriebenen Gesetz, dass aufstrebende Vokaltalente im weiten Feld der jazzaffinen Erwachsenenmusik unbedingt ihren Singer-Songwriter-Background in den Vordergrund stellen müssen. Na gut, so ganz ohne Popzutaten kommt auch Tina Trumpp nicht aus – Qualitätsschlager wie "The Look of Love" oder "Estate" stehen auf "Come a Little Closer" neben – in der Auswahl jetzt nicht unbedingt sonderlich gewagten – Standards wie "My Funny Valentine", "Cry Me a River" oder "You’re My Thrill". Über den eigenen Versuch "Raindrops in November" kann man gerne das Sommerkleid des Schweigens ausbreiten, das Trumpp im Booklet trägt.
Zurück zu Shirley Horn – was Trumpp mit ihr teilt, ist die Reduktion. Obwohl offen bleibt, ob man im Fall der jungen Stuttgarterin nicht eher von einer gewissen Gestaltungsarmut sprechen sollte. Und dennoch: Es gibt Momente auf "Come a Little Closer", da findet Trumpp in Verbund mit den guten und originellen Arrangements von Sebastian Studnitzky, Chris Adams und Martin Schrack zu einem ganz eigenen Ausdruck. Es sind die Balladen, allen voran der Kermit-Song "Bein’ Green", wo ihr das besonders gut gelingt. Und in einer Hinsicht hat die Sängerin bei ihrem Debüt schon mal alles richtig gemacht: Die perfekte Auswahl der Mitmusiker zeigt, dass die Produzentin Trumpp nicht nur als Shirley-Horn-Fan einen guten Geschmack hat.

Josef Engels, 29.05.2010



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