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Frédéric Chopin

De l'enfance á la plénitude

Anne Queffélec

Mirare/harmonia mundi MIR 096
(81 Min., 11/2009)

Eine hübsche Idee von Anne Queffélec, ihr Chopin-Album mit den ersten Polonaisen des siebenjährigen Klein-Frédéric beginnen zu lassen. Denn wenn die beiden Stücke auch noch eher den Geist klassischer Salonartigkeit atmen, kündigt sich doch auch hier schon die Melange aus Brillanz, Schmissigkeit und Empfindsamkeit an, die später Stücke wie die "Grande polonaise brillante" und die Klavierkonzerte prägen wird. Diese Stücke, in denen noch am meisten Klassik steckt, geraten auch mit Abstand am besten. Denn je mehr die Pianistin, die in ihrer französischen Heimat immerhin zu den profiliertesten Interpretinnen gehört, bei ihrem Parcours durch Chopins Klavierwerk vorankommt, desto weniger kann ihr artiges, sorgfältiges Spiel im Vergleich bestehen – schon im 1830 entstandenen cis-Moll-Nocturne etwa zerkrümelt sie den großen Bogen immer wieder durch Ritardandi, während der Begleitrhythmus in der linken Hand durchgängig matt bleibt. Auch im Fantaisie-impromptu bleiben Bass und Mittellage oft mulmig, während die Melodiestimme im Diskant allzu leichtgewichtig dahinperlt. Und so geht’s weiter: mit pedantischen Walzern, verdribbelten Mazurken (op. 50,3), einer schläfrigen Berceuse und einer spannungslosen Barcarole – Queffélecs Spiel entwickelt nie die Kraft für Pausen, Übergänge und Umschwünge, die sie gerade für größer angelegte erzählerische Formen bräuchte. Chopin aus der Klavierstunde.

Jörg Königsdorf, 05.06.2010



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