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Frédéric Chopin, Franz Schubert

Zal – Klavierwerke

Ewa Kupiec

Solaris/Codaex SOL 0209001
(85 Min., 2009) 2 CDs

Zal hat Ewa Kupiec das Album betitelt, mit dem sie jetzt eine Serie von Einspielungen beim kleinen Label Solaris eröffnet – und diese offenbar typisch slawische Form der Schwermut prägt auch ihren Zugang zu den Werken von Schubert und Chopin, die sie sich für ihr Recital ausgesucht hat. Nicht unbedingt zu deren Bestem: Hatte die polnische Pianistin noch vor wenigen Jahren mit sensiblen Janáček- und Chopin-Aufnahmen beeindruckt, zergrübelt sie inzwischen die Musik. Schon im Mittelteil der ersten Chopin-Mazurka aus Opus 59 verheddern sich die Stimmen derart, dass jeder vorwärtstragende Impuls erstirbt. Seltsam mechanisch ist Kupiecs Rubato – das Geheimnis eines jeden guten Chopin-Spiels – geworden, ihr Klavierton hat einen Grauschleier, der die Akkorde im Forte nur noch klumpig klingen lässt. Allein die freier, nachdenklicher angelegte Polonaise-Fantasie kommt Kupiecs Spiel entgegen: Hier erhält man momentweise eine Ahnung von der Poesie, die ihr Spiel früher auszeichnete. Geradezu lähmend gerät Schuberts G-Dur-Sonate, deren Andante Kupiec jeden vorangerichteten Impuls austreibt und die selbst in den forschen Akkorden des Scherzos keine Spur Kampfgeist mehr besitzt – gegen Kupiecs Schubert klingen Richter und Brendel wie sorglose Hüpfer.

Jörg Königsdorf, 19.06.2010



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