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Five Horns & Rhythm

Dusko Goykovich

Enja/Edel 0095432EJM
(67 Min., 10/2008)

Der im heutigen Bosnien geborene und über die Stationen Belgrad, Frankfurt, Boston, New York und Köln schließlich zum naturalisierten Wahlmünchner gewordene Dusko Goykovich ist als Trompeter und Flügelhornist eine Klasse für sich. Dizzy Gillespie hat ihn bewundert, Miles Davis hat ihn unterstützt. Mit den Koryphäen des klassischen modernen Jazz auf beiden Seiten des Atlantiks hat er gespielt. In seiner Person manifestiert sich die Emanzipation der Jazzmusiker aus Europa und auch die des Einflusses ihrer musikalischen Wurzeln. Dabei ist Goykovich stets ein No-Nonsense-Musiker geblieben, einer der auch mit 78 Jahren unprätentiös über die perfekte Handwerkskunst des zeitlos swingenden Jazz verfügt – und das gleichermaßen als Instrumentalist, Komponist und Arrangeur. Mit einem international besetzten Oktett aus zwei Trompeten, einer Posaune, jeweils einem Tenor- und Baritonsaxofon plus Klavier, Bass und Schlagzeug ist er 2008 beim Belgrader BEMUS-Festival aufgetreten und hat bei dieser Gelegenheit das vorliegende Album im Studio realisiert. Es bietet gewissermaßen idealtypisch kombiniert die Hauptaspekte von Goykovichs Musik: raffiniert riffender Bigband-Sound in der Überschaubarkeit und Intimität einer Combo. Abwechslungsreich ist das Programm: Neben zwei Standards kommen sieben Goykovich-Originals zu Gehör. Da geht es zunächst soulful zur swingenden Sache, dann tänzelt die Musik im Sambarhythmus, setzt mit dem Blues ein bekennendes Ausrufezeichen, verneigt sich balladesk vor dem mittleren Miles Davis und grüßt beherzt zupackend Kenny Clarke, den legendären Schlagzeuger und Co-Leader der überragenden internationalen Bigband der Sechzigerjahre. Hauptsolist ist der Leader, neben ihm überzeugen Walter Lang am Klavier, Fulvio Albano am Tenorsaxofon und Adrian Mears an der Posaune. Als Ensemble überzeugt das Oktett mit brillanter Präzision. Was aber vor allem besticht, ist die Authentizität, mit der hier aus dem Geiste der Miles-Davis-Hard-Bop-Bands und der Woody-Herman- vor allem aber der Kenny-Clarke-Francy-Boland-Big-Band musiziert wird – das ließe durchaus auch an einen weiteren Bewertungspunkt denken.

Thomas Fitterling, 10.07.2010



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