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Frédéric Chopin

Mazurken

Jean-Marc Luisada

RCA/Sony Music 88697 68692-2
(121 Min., 10/2008) 2 CDs

Seit er Chopins Mazurken vor knapp 20 Jahren für die Deutsche Grammophon einspielte, seien diese Stücke zu einem zentralen Teil seines Konzertrepertoires geworden, bekennt Jean-Marc Luisada im Booklet zu seiner Neuaufnahme der Werke. Diese gewachsene Vertrautheit merkt man quasi auf Schritt und Tritt: Im Vergleich zur alten Aufnahme hat Luisadas Spiel deutlich an Finesse und ein wenig auch an Abgeklärtheit im positiven Sinne gewonnen. Das früher etwas forcierte Rubato, Geheimnis allen Chopin-Spiels, ist mittlerweile völlig organisch, die Balance zwischen durchgehendem Puls der Stücke und motivischem Einfall stimmt, der Dialog zwischen linker und rechter Hand entfaltet sich ganz ungezwungen. Im Ganzen herrscht eine intime, poetische Grundstimmung, die gerade in den ruhigen Nummern (etwa op. 17,4) einen improvisatorischen Zug hat. Selten, wie zum Beispiel im berühmten D-Dur-Stück op. 33,2, betont Luisada die rustikalen Wurzeln der Mazurka, selbst die knackigeren Frühwerke op. 6 und 7 spielt er als kunstvoll stilisierte, melancholisch durchhauchte Miniaturen. Man kann Chopins Mazurken sicher extrovertierter angehen (so wie es etwa Rubinstein oder Nadia Reisenberg in ihren Gesamteinspielungen getan haben), doch Luisadas entspannte, unaufdringliche Eleganz ist auf jeden Fall eine überzeugende Alternative. Schade nur, dass der Franzose die beiden Werkgruppen op. 67 und 68 bei seiner Neuaufnahme nicht berücksichtigt hat. Platz dafür wäre auf den beiden CDs gewesen …

Jörg Königsdorf, 17.07.2010



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