Responsive image

Contact

Five On One

Pirouet/Medienvertrieb Heinzelmann PIT3048
(59 Min., 1/2010)

Es lebe die Komposition! Das schlicht "Contact" genannte Quintett musiziert auf "Five on One" in einer perfekten Kombination aus minutiös vorbereiteten Passagen und perfekt aufeinander abgestimmten Improvisationen. In bester kammermusikalischer Tradition verschränken die Musiker einzelne Instrumente ineinander, finden zu Unisonopassagen von Dave Liebmans Tenor- oder Sopransaxofon mit John Abercrombies Gitarre, Marc Coplands Klavier oder Drew Gress' Bass. Und selbst der Schlagzeuger Billy Hart hat oft einen Partner, mit dem er sich synchron bewegt. Oder aber die fünf setzen gegenläufige Linien gegeneinander, die ähnlich perfekt auf einen spannungsreich groovenden Gesamtklang abgestimmt sind. Neun Stücke umfasst das Repertoire, eins wie das andere von Jason Seizer am Mischpult der Finesse der Musik entsprechend detailreich eingefangen, und jedes auf eine andere Art gleichzeitig angenehm zu hören und doch hochkomplex. Weiträumige Grooves halten das Geschehen zusammen, Spannungsbögen ziehen sich über ganze Chorusse, und das Geschehen verdichtet und entspannt sich, dass stets neue Eindrücke entstehen. Im filigranen Zusammenspiel dieser fünf stimmt jede Nuance – seien es winzige Verschiebungen in Rhythmus und Dynamik, sei es der Gegensatz zwischen Schlagimpuls und Bläserklang, sei es das Dunkel des Kontrabasses, dem Copland das Spiel in den hohen Lagen entgegensetzt. Werden in 50 Jahren Meisterwerke des filigran pulsierenden Kammerjazz gesucht, gehören diese Stücke mit Sicherheit dazu.

Werner Stiefele, 31.07.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top