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Yelena K. & The Love Trio

Yelena K., The Love Trio

Melodya/Sunny Moon DMCHR 71085
(53 Min., 11/2008)

Das ist doch mal eine Abwechslung. Während es gefühlt viel zu viele aktuelle Sängerinnen im weiten Jazzfeld gibt, die irgendwie vom Musical herzukommen scheinen, steht die Serbin Yelena Kuljic auf wahrlich dickeren Brettern: auf denen der Berliner Volksbühne, des Hamburger Thalia Theaters, ja sogar der Wiener Burg.
Drängt sich bei "Harris", der Auftaktnummer der neuen CD, noch der Eindruck auf, es hier dementsprechend mit einer – freilich in ihrem unterkühlten Spott großartigen – Diseuse zu tun zu haben, so wird man schnell eines Besseren belehrt. Yelena K. verfügt mit ihrem geheimnisvollen Alt über eine erstaunlich große Bandbreite an stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten: Vokalisen, Scat und rhythmisches Gehechele hat sie genauso drauf wie unanbiedernde Pop-Freundlichkeit ("Quito Blues #2"), Jazzklassiker-Ausfüllungsvermögen ("The Man I Love", "Cry Me a River"), feine Björkismen ("Underground") sowie Folk-Versunkenheit.
Das von Pianist Kristian Kowatsch angeführte Love Trio liefert das perfekte musikalische Begleitmaterial, das sich niemals zu banal, aber auch nirgends zu avantgardistisch im herzhaften Schrägjazz-Lager aufhält. Was diese Truppe so entschieden von anderen Sängerinnen-plus-Pianotrio-Kombinationen unterscheidet, zeigt sich vielleicht am besten in der Interpretation des Nirvana-Songs "Lithium". Diese endet irgendwann in einer Art Hörspiel, die eher nach den drei Hexen aus "Macbeth" als nach kecker Rocksong-Aneignung klingt. Ganz schön gruselig. Aber gut.

Josef Engels, 31.07.2010



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