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Hands

Dave Holland, Pepe Habichuela

Emarcy/Universal 2738853
(56 Min., 3/2009)

Paco de Lucia, Al Di Meola, John McLaughlin und die Einspielung "Friday Night in San Francisco" sind nicht ganz unschuldig daran, dass sich so manchem die Haare sträuben, wenn er an die Verbindung von Jazz und Flamenco denkt. Nichts für ungut: Aber da fanden zwei der Angeberei nicht abholden Genres so gut zusammen, dass sie vor Kraft kaum noch laufen konnten. Vor diesem Hintergrund klingt das, was der Bassist Dave Holland und der Gitarrist Pepe Habichuela auf "Hands" machen, geradezu wie eine Wiedergutmachung für die erlittenen Hochgeschwindigkeits-Schleudertraumata. Hier treffen sich zwei Meister ihres Fachs ohne Profilierungsnot auf Augenhöhe. Wenn beispielsweise Holland eines seiner ungemein schlüssigen, in ihrer dezent orientalischen Skalenfärbung exakt auf das harmonische Umfeld zugeschnittenen Solis beendet, murmeln Habichuela und seine Verwandten an Gitarren und Cajón ungerührt Respektbekundungen in die Studio-Mikrofone.
Nun, auch Habichuela ist nicht irgendwer. Don Cherry sagte einmal über ihn, sein Gitarrenspiel klänge wie "reines Holz, so, als würden Bäume weinen". Diese Sensibilität wird auf "Hands" besonders in dem Duett "Camaron" deutlich, wo Habichuela und Holland auf feinste Nuancen des Gegenübers reagieren. Freilich geht’s auch flamencoflirrend virtuos zur Sache. Aber selbst dann – wie in den beiden von Holland geschriebenen Stücken, den Album-Höhepunkten aus Jazzersicht – dominieren Freude am Groove und am Ausformulieren von melodischen Kurzgeschichten über die pure Zurschaustellung von Fingerfertigkeit. So gesehen ist der Albumtitel falsch gewählt. Man hört hier keine "Hands", sondern "Hearts".

Josef Engels, 21.08.2010



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