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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Ludwig van Beethoven

Sämtliche Klavierkonzerte

Paul Lewis, BBC Symphony Orchestra, Jiří Bělohlávek

harmonia mundi HMC 902053.55
(176 Min., 7/2009-10/2010) 3 CDs

Schon wieder alle Fünfe von Beethoven? Der Katalog birst vor Referenzaufnahmen der Klavierkonzerte jenes Komponisten, nach welchem nichts mehr so war wie zuvor. Paul Lewis hat als Beethoveninterpret bei harmonia mundi bereits mit allen 32 Klaviersonaten für Furore gesorgt (vor allem in England). Sein leichthändig direkter, nicht brillanter, dafür umso kommunikativerer Beethovenstil hat den Autor – auch im Konzert – nie wirklich überzeugt. Aber: Schon mancher Spieler, dem es bei den Sonaten an Kantigkeit und dialektischer Tiefe fehlte, trumpfte bei den Konzerten ganz neu auf. Dies gelingt auch Paul Lewis.
Der 1972 in Liverpool geborene Pianist, Schüler von Alfred Brendel, beeindruckt in den Konzerten 1 bis 3 mit einem wunderbar flüssigen, unkomplizierten und schlüssigen Beethovenbild. Der perlige Klang seines Steinway wirkt freundlich eingebettet und beschützt durch das Orchester, das sich um lichte Atmosphären und eine organische Entwicklung des musikalischen Gedankens verdient macht. Unter seinem Chef Jiří Bělohlávek gibt das BBC Symphony Orchestra ganz den alerten Vermittler und Übersetzer. Reicht das?
Immer wieder horcht man auf vor glücklichen Details und einem gelungenen Verständnis des sonst oft karstig, unvermittelt und geröllhaft wirkenden Felds. Man staunt über die maximale Selbstverständlichkeit dieser Musik. Und entwickelt genau daran ab dem G-Dur-Konzert (Nr. 4) seine Zweifel. Hier wirken die Schroffheiten geglättet, der Sinn unterspielt. Vollends im "Emperor"-Konzert (Nr. 5) kommt auch die Aufnahmetechnik mit der emanzipierten Statur des Orchesterklangs nicht mehr klar. Es klingt schmalbrüstig, eindimensional und flach. Kurz: Man bewundere die ersten drei, und man bezweifele die letzten zwei. Bei Paul Lewis überwiegt ein harmonieseliger Eindruck – was auch ganz schön sein kann. So freundlich aufgelegt klangen diese Werke noch nie. Gestatten: Beethoven zum Tee.

Robert Fraunholzer, 21.08.2010



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