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Jane Monheit

Emarcy/Universal 2747315
(49 Min.)

Wohlig in ein Kissen gekuschelt lächelt die Sängerin Jane Monheit hinter vorgehaltener Hand vom Cover. Ja, sie fühlt sich daheim, scheint das Bild zu signalisieren, und dieses Zuhause sind Standards, bei denen sie meist ein Trio, manchmal auch noch zusätzliche Gäste begleiten. Beim swingenden "Shine on Your Shoes" ist dies der Gitarrist Frank Vignola, und bei "Everything I’ve Got Belongs to You" der Geiger Mark O’Connor. Der Text dieses Songs verspricht 'dirty looks' und 'words that do not come from children’s books', aber wo Blossom Deary in der berühmtesten Fassung des Songs mit dem Originaltext "Then at night we’ll sleep and sleep, sleep and sleep and sleep and sleep, sleep and sleep, sleep and sleep, I’ll give you plenty of nothing" mit koketter Stimme erotische Freuden verspricht, entschärft Jane Monheit die Stelle in ein jugendfreies Todmüde-schlafe-man-so-lange-bis-die-Vögel-Piepsen, und auch "There’s a Small Hotel" klingt eher nach einer verträumten Urlaubsidylle als nach einer Nacht in der Hochzeitssuite. Auch "Tonight You Belong to Me" bringt sie im Duett mit dem Entertainer und Gitarristen John Pizzarelli ohne den geringsten Hauch der Vorfreude auf eine Liebesnacht zum Swingen – ihr "Home" ist das Heim einer kleinen Familie voll gemütlicher Beschaulichkeit. Folgerichtig verzichtet Jane Monheit auf große Effekte und konzentriert sich auf die Melodien, die sie dezent mit Ornamenten und Verschleifungen verziert. Dabei hat ihre Stimme in allen Lagen die gleiche Strahlkraft, und so klingen auch große Tonsprünge wie selbstverständlich. Dies alles ergibt keine sensationellen Neuinterpretationen, wohl aber eine rundum angenehme akustische Heimat, in die man sich auch als Hörer kuscheln kann.

Werner Stiefele, 20.11.2010



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