Responsive image
Diverse

Verismo Arias

Jonas Kaufmann, Orchester der Akademie St. Cecilia Rom, Antonio Pappano

Decca/Universal 478 2258
(62 Min., 3/2010)

Bedenklich, bedenklich, was man da auf dem neuen Album von Jonas Kaufmann zu hören bekommt. Die Negativposten der Stimme treten immer deutlicher, unüberhörbarer in Erscheinung, allen voran das desolate Piano, das man eigentlich gar nicht als solches bezeichnen möchte, denn zu einem wirklichen, klangvollen Piano ist die Stimme gar nicht in der Lage. Der Tenor drosselt sich einfach nur in den unteren dynamischen Bereichen, wodurch er heiser und stumpf klingt, völlig farblos, wie ausgewaschen. Sobald sich die Gelegenheit bietet, zieht er an, ab dem Mezzoforte fühlt er sich wohl, wohler noch im Forte und Fortissimo. Da ist dann alles absolut sicher und durchaus beeindruckend, wenngleich auf Dauer doch recht eintönig und ermüdend – man meint, den wiedererweckten Mario del Monaco ertragen zu müssen. Nur dass der nicht mit einer so prägnanten Textbehandlung wie Kaufmann punkten konnte. Wahrscheinlich würde man dem Münchner den größten Gefallen tun, wenn man generell nur DVDs von ihm veröffentlichte. Da kann er sein mitreißendes Spiel und seine Bühnenpräsenz ins Feld führen und als 'Gesamtpaket' überzeugen.

Michael Blümke, 04.12.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Hereinspaziert in die Boulangerie! So wurden die wöchentlichen Treffen bei den Komponistinnenschwestern Lili und Nadia Boulanger liebevoll von ihren Schülern genannt. In der Boulangerie analysierte man Fugen, tauschte sich aus, spielte neue Werke. Die hiervon abgeleitete Konzertreihe des Boulanger-Trios folgt diesem Ansatz; mit ihr möchten Birgit Erz, Illona Kindt und Karla Haltenwanger zeitgenössische Komponisten und Komponistinnen durch Begegnungen dem Publikum vermitteln. Auf der […] mehr »


Top