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Wolfgang Amadeus Mozart

Klaviertrios KV 502, 542, 548

Wiener Klaviertrio

Nimbus/Naxos NI 5617
(61 Min., 5/1999) 1 CD

Würde man mich fragen, welche Werke zu den Unterschätztesten der Musikliteratur zählen, ich würde Mozarts Kammermusik nennen. Sie finden das paradox? Aber wie wenige Aufnahmen sind nach dem Jubeljahr 1991 noch gekommen? Und finden sich die Sonaten, Trios und Quartette Mozarts nicht allzu oft am Beginn von Kammermusikabenden? Mögen sie noch so gut gespielt werden, die Hörer warten auf die romantischen Brocken und nehmen dann Schubert und Brahms im Ohr mit nach Hause. Dabei sind die drei anspruchsvollsten Mozart-Trios, die hier in einer glänzenden Neuaufnahme mit dem jungen Wiener Klaviertrio kommen, von ebenso packender Individualität.
Zwischen der verspielten Pracht des B-Dur-Trios und dem monumentaleren C-Dur-Werk wartet die heikelste Aufgabe, das Trio KV 542 in der bei Mozart seltenen Tonart E-Dur. Während die Themen der Trios in B und C stark an die großen Konzerte gleicher Tonart erinnern und durchaus fasslich sind, ist das kaum nachsingbare, merkwürdig flächig-koloristische Thema des E-Dur-Trios eigentlich nur dann als zartes experimentelles Ereignis in Mozarts Kammermusik zu würdigen, wenn man sein harmonisches Schweifen, seine überraschenden Farbwechsel, den ganzen hinreißend verhangenen Klang als deutlichen Vorgriff auf die Romantik erlebt. Und genau das gelingt dem Wiener Trio wirklich großartig. Der kompositorische Reichtum dieser drei Hauptwerke wird von dem jungen Ensemble mit einer fast nostalgisch reichen Klangpalette vorgeführt. Es ist die wahre Freude!

Matthias Kornemann, 30.06.1999



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