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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte Nr. 22 Es-Dur KV 482 & Nr. 25 C-Dur KV 503

David Fray, Philharmonia Orchestra, Jaap van Zweden

Virgin/EMI 50999 641964 0 4
(66 Min., 8/2010)

Nach seinem Überraschungserfolg mit Bach-Konzerten vor zwei Jahren steht David Fray unter merklichem Beweis- und Erfolgsdruck. Schon seine zwischenzeitliche Schubert-CD war ein wenig Geschmackssache. Sein jetziger Mozart ist es auch.
Mit weichem, zärtlich intimem Anschlag und unendlichem Sinn für Petitessen versucht der französische Pianist zwei Eindrücken auf einmal entgegenzuwirken. Erstens will er nichts mit dem Nähmaschinen-Image der historischen Aufführungspraxis zu tun haben. Darum spielt er extrem romantisierend, mit großzügigen Temporückungen. Reizbar und subjektivistisch, bis der Psychoanalytiker kommt. Zweitens will der inzwischen 29-Jährige keinesfalls wieder mit jenem Kollegen in Verbindung gebracht werden, mit dem er so oft verglichen wurde: Glenn Gould. Wo der kanadische Exzentriker Mozart hart, trocken und unflexibel anfasste, gibt sich Fray katzenpfötchenweich, eher hallig und betont flexibel. Ein Mozart mit Schlafzimmerblick. Gewiss nicht jedermanns Sache.
Die Wahl des Philharmonia Orchestras unter Jaap van Zweden (ehemaliger Konzertmeister des Concertgebouw Orkest) wirkt unentschieden. Das frühere Klemperer- und Karajan-Orchester war noch nie ein prononciertes Mozart-Ensemble (trotz Karajans genialer Aufnahme von "Così fan tutte"). Der leicht pompöse, spitzenklöppelnde Eindruck wird durch ein Schwanken bei den Kadenzen bekräftigt, die Fray hier wählt. Einmal Edwin Fischer, das andere Mal Friedrich Gulda. Unterschiedlicher geht's kaum. Aus dem Bereich des Interessanten, Selbstfindungshaften kommt diese Aufnahme so irgendwie nicht heraus. Was nichts daran ändert, dass wir es bei David Fray mit einem mordsmäßig talentierten, unversöhnlich seinen Weg gehenden Bürschchen zu tun haben. Und bei Mozart mit dem noch immer schwierigsten Komponisten von allen. Wir bleiben dran.

Robert Fraunholzer, 15.01.2011



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