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Ella ... My Dear

Anne Ducros

Plus Loin/Soulfood PLCD 4530
(43 Min., 6/2009)

Das Album "Ella... My Dear" zählt zu den interessantesten Gesangsalben mit Bigbandbegleitung der letzten Jahre. Wer die Sängerin Anne Ducros hört, fragt sich zunächst, warum sie das Album unbedingt Ella Fitzgerald widmen musste. Denn sowohl in der Grundfärbung der Stimme, deren Volumen und der Art der Phrasierung verbindet die beiden wenig. Heller klingt die Französin, und ihre Töne zeichnen sich durch eine vibratoarme, schmale Geradlinigkeit aus. Mit Ella wiederum verbindet sie, dass ihre Dynamik bruchlos in hohen wie in mittleren Lagen ausbalanciert ist und beide die Texte nuanciert gestalten. Doch diese technischen Grundlagen schaffen noch keine künstlerische Gemeinsamkeit. Das ist gut so, denn die Französin singt acht Standards und zwei Medleys mit eigener, souveräner Gestaltungskraft. Dabei hat Ivan Julien die Arrangements für das 45-köpfige Coup des Vents Orchestra so unauffällig und sorgfältig auf den Gesang abgestimmt, wie dies nur große Meister können. Permanent wechseln Instrumentierungen und Klangfarben – so abwechslungsreich wie er gestalten nur wenige den Hintergrund für Gesangsproduktionen. Auch die zwischen die Gesangspassagen geschalteten Instrumentalteile dienen vor allem der musikalischen Fortentwicklung – Egotrips der Solisten wären hier völlig fehl am Platz. Eine Top-Rhythmusgruppe, bestehend aus dem Bassisten Essiet Okon Essiet, dem Schlagzeuger Bruce Cox und dem Pianisten Jean-Pierre Como unterstreicht den kompakten Swing dieses Jazzorchesters. Das braucht keinen zu verblüffen, denn Julien ist auch kein Newcomer; er hat zuvor bereits für Charles Aznavour, Elton John und das Count Basie Orchestra gearbeitet. Diese Produktion knüpft nahtlos an die großen Entertainment-Platten der 1950er an. Viele davon stammen von Ella Fitzgerald. Das erklärt die Widmung.

Werner Stiefele, 12.02.2011



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