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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte Nr. 9 & 12, Rondo KV 386

Ronald Brautigam, Die Kölner Akademie, Michael Alexander Willens

BIS/Klassic Center BIS-SACD-1794
(59 Min., 11/2009)

1777 schrieb Mozart für die französische Pianistin Louise Victoire Jenamy ein Klavierkonzert, das fälschlich unter dem Namen "Jeunehomme-Konzert" als KV 271 Eingang in die Werkliste Mozarts gefunden hat. Mademoiselle Jenamy muss über eine beträchtliche Virtuosität verfügt haben, denn ihr Konzert erfordert flinke Finger; insbesondere das mit 467 Takten ungewöhnlich lange Rondo-Finale ist ein Feuerwerk der Geläufigkeit, unterbrochen von einem grazilen Menuett-Mittelteil.
Mit diesem Konzert beginnt Ronald Brautigam seine Gesamteinspielung der Klavierkonzerte Mozarts; er spielt sie auf einem 1992 von Paul McNulty gebauten Fortepiano nach Anton Walter, "weil es eine exakte Kopie des Instruments ist, das Mozart etwa zu der Zeit besaß, als er diese Musik schrieb", wie Brautigam selbst sagt. Das zweite Konzert ist die Nr. 12 in A-Dur KV 414, 1782 in Wien geschrieben, als Mozart sich in der Hauptstadt als Modepianist etablierte – ein sonniges Stück und von Mozart als "Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht" charakterisiert.
Ronald Brautigam ist ein ungewöhnlich vielseitiger Künstler, der auf historischen wie auf modernen Klavieren beeindruckende Aufnahmen vorgelegt hat. Mit Michael Alexander Willens und der Kölner Akademie hat er ideale Mitstreiter für sein Mozart-Projekt gefunden; der Dirigent pries in einem Interview die natürliche und organische Art des gemeinsamen Musizierens. So geht keine charmante Nuance verloren, alles bleibt im Fluss – der Hörer wird Zeuge eines seltenen Glücksfalles perfekter Harmonie: Hier spielt wirklich zusammen, was zusammen gehört.

Detmar Huchting, 12.02.2011



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