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N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



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And His Friends

Louis Armstrong

Bluebird/BMG 09026 63961 2
(52 Min., 5/1970) 1 CD

Wenn dies nicht Louis Armstrongs letzte Studio-Aufnahmen wären - sie verdienten keine Erwähnung in der Jazz-Rubrik. Und hätte Armstrong nicht den Scat-Gesang erfunden, hätte nicht einmal sein eigener Beitrag etwas mit Jazz zu tun - "Mood Indigo" und "My One And Only Love" sind die einzigen Jazzstücke auf diesem seltsamen Album: Es versucht, durch äußeren Aufwand die erhebliche Einschränkung zu überspielen, dass der fast Siebzigjährige aufgehört hatte, Trompete zu blasen.
Die Bürgerrechtshymne "We Shall Overcome" mit Miles Davis, Ornette Coleman und vielen anderen Prominenten im Chor (!), John Lennons Agitprop-Single "Give Peace A Chance", "Everybody's Talkin'" aus dem Soundtrack zu dem Dustin-Hoffman-Film "Midnight Cowboy" oder Leon Thomas' von Hippie-Optimismus durchdrungene Erkennungsmelodie "The Creator Has A Master Plan" (unter Mitwirkung seines Komponisten) nehmen sich auf einer Armstrong-Platte schon mehr als eigenartig, geradezu experimentell aus.
Dass sich ein mit Beteiligung des Produzenten Bob Thiele entstandenes Weihnachtslied unter den Bonustiteln befindet, überrascht schon nicht mehr; es fügt sich bruchlos in die hauptsächlich als Zeitdokument zu würdigende Wiederveröffentlichung ein: Der Weltbotschafter des Jazz war Armstrong eine seit Jahrzehnten vertraute Rolle; als Prediger der Liebe und des Friedens befand er sich am Ende seines Lebens wieder ganz auf der Höhe der Zeit.
Dass eine große Menge Streicher engagiert wurden, wird durch eine fast schon "funky" aufspielende Begleitmannschaft und die süffigen Arrangements von Oliver Nelson ein wenig ausgeglichen. Und wer Satchmos mehrfachen Verkaufsrenner "What A Wonderful World" (hier in einer Zweitfassung) noch nicht in seiner Sammlung hat, möge hier zugreifen.

Mátyás Kiss, 12.12.2002



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