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Johannes Brahms

Klavierquintett f-Moll op. 34 & Zwei Gesänge op. 91

Quatuor Modigliani, Jean-Frédéric Neuburger, Andrea Hill

Mirare/harmonia mundi MIR 130

Die Modiglianis gehören zu jener Gruppe junger Streichquartette, die das allgemeine Bild dieser Gattung und ihrer Interpreten merklich verändert hat. Wie bei ihren Kollegen vom Quatuor Ebène würden wohl die wenigsten Außenstehenden von den Ensemblefotos auf den richtigen Beruf der smarten Herren schließen. Ihren französischen Landsmännern haben die Modigliani-Boys im Übrigen auch ihren Labelvertrag zu verdanken, denn nachdem Virgin die Ebènes abgeworben hatte, wurde bei Mirare der Platz des 'Hausquartetts' frei.
Und so präsentieren sich die Vier nach Haydn und Mendelssohn auf ihrer neuen CD mit dem "Klavierquintett f-Moll op. 34" von Johannes Brahms. Sie gehen es sehr sanglich und geschmeidig an, legatoselig. Da werden Kontraste nicht hart herausgearbeitet oder auf Dramatik getrimmt, sondern vielmehr 'romantische' Qualitäten in den Vordergrund gestellt – saftig, volltönend, klangschön. Das angespannte Andante steht im Gegensatz zur relaxten Herangehensweise im Kopfsatz. Sehr pointiert und energiegeladen dann das Finale, das aber in den ruhigeren Abschnitten nicht immer ganz die Spannung halten kann.
Leider hat das Label nicht noch eines der Streichquartette von Brahms mit auf die CD genommen, sondern die "Zwei Gesänge für Mezzosopran, Viola und Klavier op. 91" dazugepackt: eine grobe Fehlentscheidung. Auf die unausgewogene und unidiomatische Leistung von Andrea Hill hätte man gerne verzichtet, zumal ihre Stimme weder besonders angenehm ist noch wenigstens durch Ausdrucksstärke für sich einnimmt.

Michael Blümke, 12.03.2011



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