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Wolfgang Amadeus Mozart

Ouvertüren

La Cetra Barockorchester Basel, Andrea Marcon

DG/Universal 477 9445
(78 Min., 10/2010)

Bei den Aufnahmen zu Mojca Erdmanns Album "Mostly Mozart", auf dem La Cetra unter ihrem neuen musikalischen Leiter Andrea Marcon der Sopranistin sekundierte, soll die Idee zu vorliegender Einspielung entstanden sein: fast alle Mozart-Ouvertüren (nur drei fehlen) chronologisch angeordnet auf einer CD – eine feine Sache. Doch das Endergebnis überzeugt leider nicht so ganz.
La Cetra musiziert delikat, phrasiert und artikuliert sorgfältig, es herrscht eine entspannte Grundhaltung. Oft etwas zu entspannt, möchte man nicht nur beim Mittelteil der "Lucio Silla"-Ouvertüre einwenden. Generell fehlt dem Spiel das Federnde, ein nicht unbedeutendes Manko. Auch wird nicht alles mit dem nötigen Nachdruck präsentiert ("Il re pastore"), man wünscht sich öfter einen energischeren, entschiedeneren Zugriff. Schon im "Mitridate" beispielsweise vermisst man das Drama, ganz so gefällig muss das nicht daherkommen. Den Seesturm des "Idomeneo" erlebt man nicht direkt, sondern in einer Art abgeschwächter Nacherzählung, der "Don Giovanni"-Einleitung fehlt das unterschwellig Bedrohliche. Sehr gut gelungen dagegen sind "Così fan tutte" und die mit elegantem Schwung dargebotene "Betulia liberata".
Insgesamt erreicht La Cetra ein sehr hohes Niveau an Spielkultur, wobei die nicht immer mit der nötigen Binnenspannung agierenden Streicher den Bläsern unterlegen sind. Unter die Top-Ensembles darf man die Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis (noch) nicht zählen (weshalb es verwunderlich ist, dass gerade der Marktführer sie unter Vertrag genommen hat). Und natürlich sollte man nicht daran denken, wie das quasi benachbarte Freiburger Barockorchester diese Musik spielt …

Michael Blümke, 30.04.2011



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