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Alessandro Striggio

Missa "Ecco sì beato giorno" u.a.

I Fagiolini, Robert Hollingworth

Decca/Universal 478 2734
(69 Min., 9 & 10/2010) CD + DVD

Bedenkt man, welchen Nimbus die wenigen erhaltenen Vokalwerke für Riesenensembles aus der Renaissance besitzen, dann kann man die Bedeutung der Ersteinspielung einer Messe für 40 selbstständig geführte Stimmen leicht ermessen. Das erst 2007 wiederentdeckte Werk stammt von Alessandro Striggio – bisher bekannt vor allem für seine 40-stimige Motette "Ecce beatam lucem", die wiederum als Vorbild für Thomas Tallis' legendäre 40-stimmige Motette "Spem in alium" gilt. Sowohl die 26-minütige Messe als auch die knapp zehnminütigen Motetten von Striggio und Tallis sind auf einer beigelegten DVD im Surroundsound zu hören; die CD selbst bildet die Stücke lediglich in Stereo ab und kombiniert sie mit einigen weniger bedeutenden Madrigalen Striggios. Gerade für die Messe ist das Erlebnis des – auf der DVD sehr überzeugend abgebildeten – Raumklangs entscheidend: Erst das Wechselspiel der in fünf Chören um den Hörer platzierten Sänger lässt aus den seraphisch flirrenden, aber harmonisch eher statischen Klängen eine Dramaturgie entstehen, die eine halbe Stunde lang zu fesseln vermag. Sowohl durch sein plastisches Dirigat als auch durch die Entscheidung, das Stück nicht a cappella, sondern unter Mitwirkung von Instrumenten erklingen zu lassen, arbeitet Hollingworth sowohl die Struktur als auch die theatralische Seite des Werks heraus, das möglicherweise 1565 als grandioser Höhepunkt einer Medici-Hochzeit von Sängern in Engelskostümen unter der Kuppel des Florentiner Doms aufgeführt wurde. Angesichts der Bedeutung des Projekts sind die Informationen im Beiheft und in der DVD-Dokumentation etwas dürftig: Hollingworth' anschauliche Demonstration, wo sich die fünf Chöre im Raum verteilen und durch welche Klangfarben sie zu erkennen sind, muss man auf YouTube oder der Homepage des Ensembles suchen.

Carsten Niemann, 07.05.2011



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