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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Barockoper in Wagner-Länge: Über 3 ¾ Stunden Spielzeit bieten diese drei randvollen CDs mit Pergolesis "L'olimpiade". Über 100 Komponisten bedienten sich im 18. Jahrhundert des Librettos von Pietro Metastasio, den Anfang machte 1733 Caldara, im Jahr darauf folgte die bis heute wohl bekannteste Version von Vivaldi, und ein weiteres Jahr später kam dann Pergolesis Werk in Rom auf die Bühne. Dem 300. Geburtstag des Komponisten im vergangenen Jahr ist die Aufführung seiner "Olimpiade" bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik zu verdanken, deren Mitschnitt hier vorliegt.
Alessandro de Marchi übernahm damit das Szepter von seinem Lehrer René Jacobs, der zwölf Jahre der künstlerische Leiter des Tiroler Festivals war und es zu internationalem Renommée führte. Keine leichte Aufgabe für den Römer mithin, der eben deutlich hörbar nicht Jacobs ist, wenn auch ebenso deutlich hörbar von ihm geprägt. Die Sorgfalt und Versiertheit, mit der er die Rezitative begleitet und gestaltet, verraten beispielsweise ganz deutlich die Schule von Jacobs. Die Academia Montis Regalis schlägt sich sehr gut als neues Hausorchester der Festwochen, wenn es ihr auch an der rhetorischen Brillanz und dem Edelschliff des Freiburger Barockorchesters oder der Akademie für Alte Musik Berlin fehlt, der Ensembles also, die man bisher in Innsbruck gewohnt war.
Bei den Sängern gebührt Jennifer Rivera als Licida die Krone, die junge Amerikanerin war schon im Februar 2010 in der Berliner "Agrippina" unter Jacobs DIE Entdeckung und bestätigt hier den äußerst positiven ersten Eindruck. Beachtliche Souveränität beweist auch ihre Soprankollegin Olga Pasichnyk, die sich gleich zu Beginn des 1. Aktes unerschrocken – und siegreich – ins virtuose Getümmel stürzt. Da es auch unter den übrigen Solisten keine wirklichen Ausfälle (wenn auch durchaus die eine oder andere Einschränkung) gibt, ist diese Produktion bestens dazu angetan, die zahlreichen Barockfans mit einer durch und durch reizvollen und lohnenswerten Oper bekannt zu machen.

Michael Blümke, 11.06.2011



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