Schon mit der ersten Arie ihres Recitals, "Non si dà follia maggiore" aus Rossinis "Il turco in Italia", macht Olga Peretyatko unmissverständlich klar, dass wir es hier mit einer hochkarätigen Koloratursopranistin zu tun haben. Die Stimme besitzt ein inneres Strahlen und Leuchten, wie man es von der unvergessenen Pilar Lorengar im Ohr hat, und vermittelt dazu eine unbändige Lust am Singen und am eigenen Können. Kein Wunder, die 31-jährige Russin kann sich auf ihre bewegliche, mühelos ansprechende und souverän geführte Stimme verlassen, ihre perlenden Koloraturen kommen mit erstaunlicher Exuberanz, ihre Spitzentöne sind perfekt gefasst, fransen niemals aus. Der Name des Albums ist Programm. Wobei Olga Peretyatko es beglückenderweise nicht bei der Schönheit ihres Gesangs belässt. Vielmehr gibt sie jedem Komponisten, jedem Charakter sein eigenes Gepräge, Donizetti klingt bei ihr nicht wie Puccini, und der nicht wie Massenet. Und so wächst die Begeisterung von Track zu Track. Ob Norina, Lucia oder Gilda, ob Manon, Olympia (ein Juwel!) oder aber ihre unglaublich anrührende Rusalka (mit der sie wieder an Pilar Lorengar erinnert) – man hört dieser mit Raffinesse und technischer Überlegenheit eingesetzten Stimme über eine Stunde mit größtem Vergnügen zu. Und hat danach noch Lust auf mehr. Schön auch, dass Sony dieser erstklassigen Sängerin für ihr Debütalbum mit dem Münchner Rundfunkorchester und Miguel Gómez Martínez ebenso erstklassige Unterstützung gegönnt hat.

Michael Blümke, 16.07.2011



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Heute auf den Tag genau, am 26. Januar, wäre sie 75 Jahre alt geworden: Jacqueline du Pré, die viel zu früh verstorbene Ausnahmecellistin, Schülerin von Pablo Casals und Mstislaw Rostropowitsch. Legendär ist nicht nur ihre Aufnahme des Cellokonzerts von Edward Elgar, nein, das Werk selbst, mittlerweile beliebt im Konzertsaal, erfuhr durch du Pré erst seinen Aufschwung: Die Londoner Uraufführung am 27. Oktober 1919 war zunächst eine große Enttäuschung. Der Dirigent Albert Coates hatte […] mehr »


Top