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Diverse

A Life Devoted To Opera

Mirella Freni

Arthaus/Naxos 101 519
(58 Min., 2010)

Mit 70 Jahren hat sich Mirella Freni 2005 von der Opernbühne zurückgezogen, auf der sie genau ein halbes Jahrhundert lang Triumphe gefeiert hat. Nicht, weil sie nicht mehr singen konnte – das hat sie auch mit ihrer letzten Rolle als Tschaikowskys "Jeanne d'Arc" unzweifelhaft bewiesen –, sondern weil sie nicht mehr wollte. "A Life Devoted To Opera", so der Titel des im vergangenen Jahr entstandenen Porträts der Sopranistin, trifft es also ziemlich genau. Und der Oper widmet sie auch weiterhin einen guten Teil ihres Lebens. Kurz vor ihrem Rückzug von der Bühne hatte sie sich zusammen mit ihrem Mann Nicolai Ghiaurov bereiterklärt, in einer neugegründeten Gesangsschule in ihrer Heimatstadt Modena zu unterrichten. Ihre dortigen Aktivitäten bilden sozusagen das Herzstück des einstündigen Films von Marita Stocker.
Nun ist die filmische Würdigung eines Künstlerlebens immer so eine Sache. Jedem ist bewusst, dass man das Rad nicht neu erfinden kann, weshalb man in diesem Genre auch nicht wirklich Innovatives erwartet. Doch ein bisschen einfallsreicher hätte die Autorin schon vorgehen dürfen. Neben Ausschnitten aus einem für dieses Projekt geführten Interview mit Mirella Freni wurde als einziger 'großer' Künstlerkollege Plácido Domingo aktuell befragt. Ansonsten kommen mit der Pianistin Paola Molinari und dem Regisseur Lamberto Puggelli zwei langjährige künstlerische Begleiter der Sängerin zu Wort, die sie auch als Dozenten an ihrer Gesangsschule in Modena unterstützen. Der Rest besteht aus (gut gewähltem) Archivmaterial einiger Aufführungen und früherer Kommentare ihrer Weggefährten. Insgesamt also eine hübsche Hommage, die aber keine neuen Einblicke oder Erkenntnisse vermittelt.

Michael Blümke, 17.09.2011



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