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Clara Schumann, Robert Schumann

Portraits

Miah Persson, Joseph Breinl

Bis/Klassik Center BISSACD-1834
(61 Min., 6/2010) SACD

Zwei Dinge müssen mindestens zusammenkommen, damit eine Gesangs- besonders eine Kunstlied-CD den Hörer wirklich anspricht: eine schöne, technisch ausgereifte Stimme und ein nicht minder ausgereiftes Gestaltungspotential. Das mag eine Binsenweisheit sein, aber die meisten Liedprogramme, die einem nur ein zögerliches „Na ja“ oder gar ein entschiedenes „So nicht“ entlocken, scheitern irgendwo im Spannungsfeld dieser Parameter, die sich nicht selten auch gegenseitig im Wege stehen: Manch einer gestaltet ohne Ende und vernachlässigt dabei den Bel-Canto-Aspekt; manch einer singt wunderschön und bleibt gestalterisch gerade deshalb unprofiliert.
Nicht so die Schwedin Miah Persson: Schon das erste Lied dieser CD, die „Widmung“ aus Robert Schumanns „Myrthen“, lässt das Herz höher schlagen. Das feine Timbre dieser herrlichen Sopranstimme bezieht aus seiner perfekten Verankerung im Körper eine bemerkenswerte Wärme und Intensität. Die gute Verbundenheit mit dem Körper, die in diesem Maß bei einer so leichten Sopranstimme gar keine Selbstverständlichkeit ist, erweist sich gleichzeitig als der zentrale Punkt, an dem der Gestaltungswille konkret in interpretatorische Realität umgesetzt wird: Miah Perssons Darbietung ist nämlich niemals kopflastig, sondern die breite Farbenpalette ihrer Emotionen fließt immer direkt aus der „Mitte“ ihrer Künstlerpersönlichkeit ins Geschehen; unverfälscht und ehrlich klingen daher diese Lieder Robert und Clara Schumanns, unter denen sich eine Menge „Schlager“ befinden: „Frauenliebe und Leben“, „Der Nussbaum“, „Die Lotosblume“ und die vielleicht etwas weniger bekannten „Gedichte der Königin Maria Stuart“ korrespondieren sinnvoll mit sechs im Tonfall deutlich anderen, eigenständigen Gesängen Claras aus ihren Opera 12 und 13. Am Klavier wird Miah Persson großartig begleitet von Joseph Breinl – ein hervorragendes Duo, das diese schöne Musik gemeinsam wieder und wieder zum Erblühen bringt.

Michael Wersin, 17.09.2011



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