home

N° 1223
16. - 22.10.2021

nächste Aktualisierung
am 23.10.2021



Wie so viele musikalische Projekte, so ist auch die Einspielung dieser Oper dem ausgeprägten Stolz der Katalanen für ihre musikalische Tradition zu verdanken. Die Ausgrabung, in der es um eine Palastrevolte im antiken Ägypten geht, ist aber nicht nur von lokalem Interesse, denn der in Barcelona geborene Komponist Domènec Terradellas (1711 - 1751) machte vor allem als führender Komponist der italienischen Oper von sich reden – einer Gattung die das europäische Musikleben im 18. Jahrhundert dominierte. Die Faszination zu vermitteln, die einst von Terradellas` Musik ausging, ist allerdings eine schwierige Aufgabe. Das liegt zum einen daran, dass Terradellas auf den ersten Blick keinen sehr ausgesprochenen Personalstil besitzt, sondern sich vor allem in Details – etwa der behutsam angereicherten Instrumentation – von damals gängigen Vorbildern wie Hasse entfernt. Wie aus seinen Bemerkungen im Beiheft hervorgeht, hat der Dirigent Juan Bautista Otero die Subtilitäten von Terradellas` Stils sehr genau studiert, doch kann er dem Originalklangensemble seine Kenntnisse und Begeisterung immer nur in Momenten und selten über die Dauer einer ganzen Dacapo-Arie vermitteln. Eine stärkere Hilfe ist ihm der hochkarätig besetzte, theatralisch denkende Cast, unter dem die Sopranistin Sunhae Im in der Titelrolle und Kenneth Tarver als Bösewicht Amasi mit muskulös strahlendem Tenor leicht herausragen.

Carsten Niemann, 22.10.2011



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Der Beginn ist bekanntlich eine sehr delikate Phase. Womit also fängt man an, als junges Klaviertrio, die ersten Schritte machend auf dem diskografischen Karriereweg? Das Silver Trio hat für sein Album-Debüt Beethoven, Rachmaninow und Bernstein ausgewählt. Eine durchaus merkwürdige Kombination, nicht weil man Musik verschiedener Epochen nicht auf einer CD vereinen dürfe – ganz im Gegenteil, so machen es viele Ensembles teils mit großem Erfolg. Da einem aber irgendwie keine Verbindung […] mehr


Abo

Top