Responsive image
Richard Strauss

Gillian Keith bei Strauss

Gillian Keith, Simon Lepper

Champs Hill Records/Note 1 CHRCD018
(103 Min., 4 & 5/2009)

Welch eine schöne und gleichzeitig außergewöhnliche Strauss-Lieder-CD: Gillian Keith setzt über weite Strecken auf ein anderes als das bekannte Repertoire und demonstriert, dass es jenseits der vertrauten Schlager noch eine Menge weiterer höchst reizvoller Stücke gibt unter den rund 150 Klavierliedern, die der Meister der Pfefferminz-Akkorde seinen dankbaren Interpreten hinterließ. Die kanadische Sopranistin Keith, die sich im Beiheft explizit als langjährige Strauss-Verehrerin offenbart, punktet in diesem Programm mit ihrem faszinierend sicheren Zugriff auf die kapriziöse Melodik des Komponisten: Dessen intrikate Kantilenen bereiten ihr offenbar nicht die geringste Mühe – egal, in welche schwindelerregenden Höhen er die Sängerin führt, oder um wie viele Ecken er sie auf- und abjagt. Die Schwierigkeiten kumulieren unter anderem in den drei „Ophelia-Liedern“ nach William Shakespeare, die deshalb auch nicht allzu oft zu hören sind.
Trotz allem Auf und Ab erweist sich Gillian Keiths Gesang zudem als ausgesprochen textverständlich – überhaupt scheint das Deutsche der Sängerin keinerlei Mühe zu machen. Und ihr gewandter Begleiter Simon Lepper ist in puncto Zusammenspiel und Gestaltung immer perfekt bei ihr – was kann man mehr verlangen von einem solchen Rezital?

Michael Wersin, 29.10.2011



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Mozart war neun Jahre alt, da komponierte Georg Christoph Wagenseil seine Sammlung von sechs Konzerten für Orgel oder Cembalo, zwei Violinen und Basso continuo. Mit einem Bein stand er im Barock (als Lieblingsschüler von Johann Joseph Fux) und dem anderen in der Wiener Klassik (als Lehrer von Königin Marie Antoinette und Johann Baptist Schenk, der wiederum Ludwig van Beethoven unterrichtete). Heute kennt ihn so gut wie niemand mehr, dabei prägten seine Werke die klassische Tonsprache ganz […] mehr »


Top