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Slow Bombastik

Monsieur Dubois

O-Tone/Edel 1002054OTO
(39 Min., 10/2010)

Dass man sich beim CD-Auftakt „The Muscleman“ ein wenig an den New Yorker Undergrounddiscojazz von Defunkt aus den frühen 80ern erinnert fühlt, kommt nicht von ungefähr. Schließlich ist Defunkt-Frontmann Joseph Bowie ein großer Fan des niederländischen Sextetts Monsieur Dubois.
Bereits bei der letzten Einspielung der Gruppe wirkte Bowie bei mehreren Stücken mit; auf „Slow Bombastik“ hört man ihn in der an Prince angelehnten Nummer „Dance“ hübsch brünftig singen. Das Ergebnis ist gewissermaßen ein Softporno in Noten.
Aber keine Angst: Der holländische Sechs-Mann-Swingerclub macht nur Spaß. Und diese Verspieltheit merkt man in jeder Minute. Der mit modernen Errungenschaften wie synthetisch gestrecktem Blubberbass („Blacklight“), Jungle (kurz in „Fury Tales Of The Hideous Knight“ zu vernehmen) oder Coldplay-Klavierschwermut („Tentacles“) versehene Retrofunk-Jazz des Sextetts wird nie langweilig, was angesichts der harmonisch modalen Beschränkungen des Genres keine Selbstverständlichkeit ist.
Diese Mischung aus Herbie-Hancock-Fusion, Manu-Dibango-Verbeugung und „Ritter der Kokosnuss“-Humor, die die Mannen um Saxofonist Bart Wirtz auf „Slow Bombastik“ anrühren, zeigt erneut: Monsieur Dubois sind auf dem Feld des handgemachten Tanzjazz europaweit ganz weit vorn.

Josef Engels, 05.11.2011



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