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N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



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Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach

Tafelmusik-Suite B-Dur, Cello-Konzert B-Dur Wq 171

Irene Güdel, Carlos Kleiber, NDR Sinfonieorchester

Profil/Naxos PH 11031
(44 Min., 12/1960)

1960 war Carlos Kleiber bereits 30 Jahre alt, als er beim Hamburger Rundfunkorchester gastierte. Doch statt in einem großen Abo-Konzert war er da noch in der Reihe „Podium der Jungen“ zu hören. Denn wenngleich Kleiber damals bereits seine ersten Talentproben an der Hamburger Staatsoper und der Deutschen Oper am Rhein abgeliefert hatte, war er noch weit entfernt von dem fast kultisch verehrten Jahrhundertdirigenten kommender Jahre und Jahrzehnte. So ist es rückblickend nicht verwunderlich, dass der übertragene NDR nicht gerade sorgsam mit den Ton-Dokumenten vom Kleiber-Konzert am 7. Dezember 1960 umgegangen ist. Lediglich der Mitschnitt eines Cello-Konzerts von Carl Philipp Emanuel Bach hat sich in einer arg dürftigen Aufnahmequalität erhalten. Das Oboen-Konzert von Bohuslav Martinů (Solist: Heinz Holliger) sowie eine Suite aus Telemanns „Tafelmusik“ fehlen hingegen. Telemann hatte Kleiber immerhin noch wenige Tage zuvor separat aufgenommen.
Auch wenn gerade diese Studio-Aufnahme Kleibers typische Akribie erahnen lässt, mit der er nun die Barock-Musik dezent vom romantischen Hüftspeck befreite, ist sie dennoch nur etwas für seine eingefleischten Fans. Und das Cello-Konzert kommt nicht zuletzt der jungen Schweizer Cellistin Irene Güdel wegen mehr als unausgewogen und schon mal recht klobig daher. Ganz zum Schluss dieser historischen Kleiber-Hommage spitzt man dann umso lieber die Ohren. Bei Kleibers einzig dokumentiertem Interview, das er 1960 in der Konzertpause gegeben hatte. Zumal Kleiber nicht nur seinen bisherigen Werdegang Revue passieren lässt, sondern über den berühmten Vater spricht. Und wenn er etwa erwähnt, wie Erich Kleiber intensive Konzertproben schon mal mit so manchem Witz aufzulockern verstand, so sollte er ihm in dieser Kunst später in nichts nachstehen.

Guido Fischer, 10.12.2011



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