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The Four Seasons Of Love

Jenny Evans

Jazz’n’art/in-akustik 0501010
(55 Min., 10/2010)

Nicht alle, die was können, sind Stars. Die in München lebende Engländerin Jenny Evans zählt zu dieser Gruppe. In steter Folge veröffentlicht sie Alben, die aus dem Durchschnitt weit heraus ragen. Diesmal hat sie sich die vier Jahreszeiten vorgenommen – allerdings nicht als Naturschilderungen, sondern in steter Verknüpfung mit dem Thema der Liebe. Dabei verzichtet sie auf Schlagzeug und Klavier. Der Saxofonist, Flötist und Klarinettist Felix Sapotnik, der Gitarrist Paulo Morello und der Bassist Sven Faller umgeben sie entweder als Quartett oder in kleineren Besetzungen mit dichtem, dezent swingendem oder von Latin-Rhythmen geprägtem Ensemblespiel. Drei der dreizehn Songs hat sie geschrieben und für den „Novembertag“ hat sie ein Gedicht von Christian Morgenstern mit Musik von Erik Satie verknüpft. Mit warmer Stimme und viel Gespür für Nuancen interpretiert sie Klassiker wie „Early Autumn“, „The Summer Knows“ oder „In Summer“, die englische Version von Bruno Martinos Hit „Estate“. Da nicht alle Texte auf eine sensible Frauenstimme passen, hat sie Kurt Weills „September Song“ von der ersten – im Musical „Knickerbocker Holiday“ passenden – Macho-Strophe bereinigt. Andererseits ergänzt sie „The Summer Wind“ um zwei deutsche Strophen. Auch sonst sind ihr die Texte wichtig, und so gewinnt – wie bei allen großen Sängerinnen – jede Silbe ihre Bedeutung. Wie sie Textbögen bindet, wie sie in den Melodien zwischen tragenden und durchlaufenden Tönen differenziert, wie sie Texte und Melodien unaufdringlich gestaltet, ist große Klasse. Jenny Evans kann was.

Werner Stiefele, 24.12.2011



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