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Constant Travellers

Lisbeth Quartett

Traumton/Indigo 959832
(71 Min., 12/2010)

„Follow The Circus“ heißt eine der Kompositionen von Charlotte Greve. Aber genau das tut die 22-Jährige gerade nicht: Sie folgt keinem der Trends, der in den vergangenen Jahren den Jazz bestimmte. In der Musik der Altsaxofonistin und ihrem Lisbeth Quartett finden sich keine postmodernen Vexierspiele, keine beißende Ironie, kein Liebäugeln mit dem Pop und den elektronischen Möglichkeiten der digitalen Gegenwart.
Kurz: Charlotte Greve veranstaltet keinen Zirkus. Ihr Spiel ist von einer großen Gelassenheit und Konzentration geprägt. Man muss nur hören, wie behutsam sie bei „The Tree“, der Eröffnungsnummer von „Constant Travellers“, das Thema entwickelt. Man könnte dieses an Lee Konitz oder Charlie Mariano erinnernde Spiel „Neo-Cooljazz“ nennen – was sich auch Manuel Schmiedels zuweilen an Bill Evans gemahnender Akkordarbeit am Klavier verdankt.
Aber vor allem das zweigeteilte Titelstück zeigt, dass das Lisbeth Quartett auch durchaus dem Experimentellen zugeneigt ist. Greve, Schmiedel, Bassist Marc Muellbauer und Drummer Moritz Baumgärtner arbeiten sich da gemeinsam an einem Motiv ab, das von Instrument zu Instrument weitergereicht wird. Das hat nichts Angestrengtes, nichts Ätherisches. Mit großer Seelenruhe und einiger nie zur Schau gestellten Virtuosität begeben sich hier vier Musiker auf eine viel versprechende Expedition, auf deren weiteren Forschungsergebnisse man in der Zukunft gespannt sein darf.

Josef Engels, 24.12.2011



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