home

N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



Responsive image
Adalbert Gyrowetz

Klaviertrios op. 23/II, op. 28/I, op. 14/II, op. 12/I

Trio Fortepiano

NCA/harmonia mundi NCA 60231
(72 Min., 11/2010)

Mozart ließ sich von ihm überzeugen und wurde für eine kurze Weile sein freundschaftlicher Berater. Und auch die Zeitgenossen hielten ihm in seinem Leben die Treue. Nur die Nachwelt ist nicht zuvorkommend mit Adalbert Gyrowetz (1763-1850) umgegangen. Die Memoiren seines abenteuerlichen Lebens, das ihn von Böhmen über Paris und London nach Wien führte, wurden zwar wieder aufgelegt, aber seine Kompositionen spielen im heutigen Konzertleben kaum eine Rolle. Eine Chance haben Modekomponisten, wie Gyrowetz es sicher war, meist nur dann, wenn man mit den Kompositionen auch den Geist der Zeit wiederzuerwecken sucht.
Eine Voraussetzung dazu bringt das Trio Fortepiano mit: Es spielt die Klaviertrios, die den Übergang von der begleiteten Klaviersonate zum moderneren Klaviertrio mit gleichberechtigten Instrumenten markieren, auf historischen Instrumenten. Technisch ist das alles bewundernswert präzise, virtuos und energiereich durchgeführt. Den Geist dieser Musik verfehlen die Interpreten leider dennoch: Wohl um gegen das Vorurteil anzukämpfen, dass Gyrowetz' Musik leichtgewichtig sei, greift das Trio Fortepiano immer wieder zur Attacke. Doch statt einen Beethoven aus Gyrowetz zu machen, wird der Komponist um seine Qualitäten als geistreicher Salongast gebracht, denn wo ein Forteakzent den nächsten jagt, bleibt für galante Kantilenen, feine Schattierungen und Farbwirkungen, zu denen gerade das Hammerklavier fähig ist, nur wenig Platz zur Entfaltung. Man kann nur wünschen, dass die Musiker ihre sforzato-Marotte bald ablegen, denn das würde das große Potenzial, das in Komponist wie Interpreten steckt, viel deutlicher hervorscheinen lassen.

Carsten Niemann, 04.02.2012



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eigentlich plante Gustav Holst eine Pianistenkarriere, eine Nervenentzündung im rechten Arm zwang ihn jedoch dazu, sich umzuorientieren. So wandte er sich der Komposition zu und begann ein Kontrapunktstudium in Oxford. Sein Kollege Ralph Vaughan Williams hatte bereits zwei Jahre in London studiert und war anschließend nach Cambridge gegangen. 1895 trafen sich schließlich beide am Londoner Royal College of Music, daraus entstand eine der dauerhaftesten Freundschaften in der britischen […] mehr


Abo

Top