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Adalbert Gyrowetz

Klaviertrios op. 23/II, op. 28/I, op. 14/II, op. 12/I

Trio Fortepiano

NCA/harmonia mundi NCA 60231
(72 Min., 11/2010)

Mozart ließ sich von ihm überzeugen und wurde für eine kurze Weile sein freundschaftlicher Berater. Und auch die Zeitgenossen hielten ihm in seinem Leben die Treue. Nur die Nachwelt ist nicht zuvorkommend mit Adalbert Gyrowetz (1763-1850) umgegangen. Die Memoiren seines abenteuerlichen Lebens, das ihn von Böhmen über Paris und London nach Wien führte, wurden zwar wieder aufgelegt, aber seine Kompositionen spielen im heutigen Konzertleben kaum eine Rolle. Eine Chance haben Modekomponisten, wie Gyrowetz es sicher war, meist nur dann, wenn man mit den Kompositionen auch den Geist der Zeit wiederzuerwecken sucht.
Eine Voraussetzung dazu bringt das Trio Fortepiano mit: Es spielt die Klaviertrios, die den Übergang von der begleiteten Klaviersonate zum moderneren Klaviertrio mit gleichberechtigten Instrumenten markieren, auf historischen Instrumenten. Technisch ist das alles bewundernswert präzise, virtuos und energiereich durchgeführt. Den Geist dieser Musik verfehlen die Interpreten leider dennoch: Wohl um gegen das Vorurteil anzukämpfen, dass Gyrowetz' Musik leichtgewichtig sei, greift das Trio Fortepiano immer wieder zur Attacke. Doch statt einen Beethoven aus Gyrowetz zu machen, wird der Komponist um seine Qualitäten als geistreicher Salongast gebracht, denn wo ein Forteakzent den nächsten jagt, bleibt für galante Kantilenen, feine Schattierungen und Farbwirkungen, zu denen gerade das Hammerklavier fähig ist, nur wenig Platz zur Entfaltung. Man kann nur wünschen, dass die Musiker ihre sforzato-Marotte bald ablegen, denn das würde das große Potenzial, das in Komponist wie Interpreten steckt, viel deutlicher hervorscheinen lassen.

Carsten Niemann, 04.02.2012



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