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Krikelkrakel

Daniel Stelter

Herzog Records/Edel 1001024HER
(59 Min., 11/2010)

Endlich gibt es eine brandneue Studio-Aufnahme von Scofield, Medeski, Martin & Wood – zu diesem Schluss könnte man kommen, wenn man die ersten Takte von Daniel Stelters CD hört. Keine Frage: Die Auftaktnummer „Krikelkrakel“ und auch das mit einem deftigen New-Orleans-Backbeat versehene „Pro & Country“ lassen eine klare Verwandtschaft mit der Kollaboration von John Scofield und der beliebtesten Jamband der vergangenen Jahre erkennen.
Die Aufnahme des deutschen Gitarristen Stelter ist jedoch beileibe kein Abklatsch des amerikanischen Vorbilds. Was beide eint ist vielmehr die Lust an Mitmach-Grooves und Vintage-Sounds. Stelters Keyboarder und Co-Komponist Ulf Kleiner lässt sein Rhodes wohlig wabern (besonders schön in „Ferry Boat“), während der Bandleader mitunter mal zur akustischen Gitarre, mal sogar zur Mandoline greift.
Ohnehin lässt Stelter eine Vielzahl von Vorlieben erkennen. Blues-Pop („On Your Own“ gesungen von Fola Dada) steht da neben orgelgetränktem 6/8-Wes-Montgomery-Swing („Mail Art“), orientalische Einflüsse („How To Catch The Wind“) finden genauso Platz wie Cabrio-tauglicher Fahrspaß-Soul („Where I’m Going To Be“, gesungen von „Söhne Mannheims“-Gitarrist Kosho).
Dabei gelingt Stelter das Kunststück, immer eine klare eigene Handschrift zu bewahren. Von wegen „Krikelkrakel“ – diese CD ist ein schnörkelloses Vergnügen.

Josef Engels, 11.02.2012



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