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No Blah Blah

Alexandra Lehmler

Jazz’n’Arts/in-akustik 0505712
(66 Min., 2011)

Da geht einem das Herz auf. Alexandra Lehmler, Saxofonistin aus Mannheim, hat für „No Blah Blah“ elf Stücke eingespielt, in denen sie so ziemlich alles aufnimmt, was es zwischen Fusion, Ibero-Jazz, Space-Jazz, Lateinamerika, Südamerika, dem Mittelmeerraum, Garbareks Skandinavien und den Beats von Drum’n’Bass an Rhythmen und Melodiebildung gibt. Bei anderen könnte daraus eine Ansammlung von Beliebigkeiten entstehen – nicht bei ihr. Die Elemente vereinen sich zu einer vom ersten bis zum letzten Ton schlüssigen Melange, bei der – ähnlich wie auf dem Teller mancher Sterneköche – die Herkunft der einzelnen Zutaten völlig unwichtig wird.
Lehmler selbst bläst auf Sopran-, Alt und Baritonsaxofon klare Melodien, nicht als effektvoll herausgestellte Frontfrau, sondern wunderbar ins Ensemble eingebettet und doch prägend. Der Gitarrist Frank Möbus und der Posaunist Michael Flury lösen sie zwischendurch als Solisten ab. Ansonsten genügen der Bassist Matthias Debus sowie abwechselnd die Pianisten Daniel Prandl und Bruno Böhmer, die Schlagzeuger Max Mahlert und Rodrigo Villalon, sowie der Percussionist Farouk Gomati als Partner. Die meisten dieser Musiker kennt Lehmler seit ihrem Studium an der Musikhochschule, und entsprechend selbstverständlich und organisch wirken sie zusammen. Dabei entsteht durch die permanenten Rhythmus- und Farbenwechsel eine gewisse Sogwirkung und das Gefühl, es könne immer wieder etwas Neues, Unerwartetes in die unaufdringlich fließende Klangwelt kommen. Kurzum: Das Zuhören macht Spaß.

Werner Stiefele, 17.02.2012



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