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Franz Benda

Violinsonaten (ornamentierte Versionen)

Leila Schayegh, Václav Luks, Felix Knecht

Glossa/Note 1 GCD 922507
(67 Min., 3/2011)

Nicht immer spielte die Flöte in Sanssouci die Hauptrolle. Denn auch wenn der Alte Fritz dieses Instrument liebte, so war sein musikalisches Idol und Vorbild der Geiger Franz Benda (1709-1786). Er versuchte nicht nur, dessen „herzrührenden Vortrag“ nachzuahmen, sondern machte den geborenen Böhmen auch zu seinem Konzertmeister und schließlich, nach dem Tode seines Flötenlehrers Quantz, zu seinem wichtigsten musikalischen Berater. Dass man Benda viel weniger kennt, als es die Originalität seines Stils und sein Einfluss auf die Geschichte des Violinspiels verlangen, liegt daran, dass er sehr früh höchst heterogenen Einflüssen ausgesetzt war: Dabei hatte der modische galante Stil am Dresdner Hof ebenso viel Einfluss auf ihn wie die Volks- und Straßenmusik seiner Heimat. Dass sich in Berlin ein einzigartiges Manuskript mit verzierten Versionen seiner Violinsonaten erhalten hat, die den Aufführungsstil von Bendas Schule dokumentieren, macht es für die Interpreten nicht leichter, denn was sich hier an Läufen und Verzierungen um die Melodiestimme rankt, grenzt an Wahnwitz. Zu hören, wie Leila Schayegh mitten in einem Gewitter von kleinen schwarzen Noten doch immer die duftige leichte Kantilene zum Singen bringt, ist ein Erlebnis. Lediglich die Höhe könnte man sich noch einen Hauch wärmer und die einzelnen Phrasen zu noch größeren Bögen verbunden vorstellen. Doch dies fällt kaum ins Gewicht angesichts der klugen Auswahl der Stücke, die vom Opernhaften über das Galant-Jugendliche bis hin zum technischen Feuerwerk der Eröffnungssonate in D-Dur reicht und durch eine farbenreiche Continuobegleitung im Wechsel von knackigem Cembalo und duftigem Silbermann-Hammerflügel noch unterstützt wird.

Carsten Niemann, 25.02.2012



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