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Golden Xplosion

Marius Neset

Edition/Soulfood EDN 1027
(47 Min., 11/2010)

Für alle, die sich fragen, was am „Rhythmisk Musikkonservatorium“ in Kopenhagen denn so gelehrt wird, liefert der 25-jährige norwegische Saxofonist Marius Neset auf seiner ersten CD die eindrucksvolle Antwort: ja, genau – Rhythmus!
Es ist geradezu ein Feuerwerk an ungeraden Metren und sich überlappenden Taktarten, das der Skandinavier auf „Golden Xplosion“ abbrennt. Das klingt schon wahnwitzig gut, wenn er ganz allein im Overdubverfahren dem Affen Saxofonrohr-Zucker gibt (wie etwa im extrem funkorientierten „The Real Ysi“, wo er das Tenor in all seinen Perkussionsmöglichkeiten ausnutzt) – vollends überragend wird es, wenn Neset gemeinsame Sache mit seinem Trio (Jasper Høiby am Bass und Anton Eger am Schlagzeug) und einem seiner Lehrer am „Rhythmisk Musikkonservatorium“ macht.
Bei Letzterem handelt es sich um Django Bates, der bei vier Stücken mit seinen schrägen Keyboardsounds sowie Horn und Trompete Nesets Kompositionen in musikalisches Dynamit verwandelt. Die rhythmische Komplexität, das eruptive, aber stets melodische Saxofonspiel Nesets und die schiere Überwältigungskraft der eng verzahnten Kompositionen machen die erste Hälfte von „Golden Xplosion“ zu einem atemberaubenden Debüt ‒ zu dem besten eines europäischen Jazzmusikers seit langem.

Josef Engels, 25.02.2012



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