Responsive image

Wasted & Wanted

Michael Wollny’s [em]

ACT/Edel Kultur 1095152ACT
(47 Min., 8/2011)

Nach der fantastischen Live-Aufnahme, die der Pianist Michael Wollny, die Bassistin Eva Kruse und der Schlagzeuger Eric Schaefer – kurz [em] – 2010 herausbrachten, stand die Frage unweigerlich im Raum: Was soll bitteschön jetzt noch kommen?
Der Dreierbund, den die „Zeit“ mal als „aufregendstes Piano-Trio der Welt“ bezeichnet hat, gibt mit „Wasted & Wanted“ schon im Titel eine kluge Antwort: Wer so gefragt ist, muss aufpassen, dass er von der übermächtigen Erwartungshaltung nicht aufgezehrt wird. Weshalb sich Wollny, Kruse und Schaefer zu einer wichtigen Änderung im Vergleich zu ihrer bisherigen Vorgehensweise entschieden haben: Auf „Wasted & Wanted“ interpretiert das Trio zum ersten Mal Fremdmaterial auf einer seiner CDs.
Der Effekt ist verblüffend. Den Dreien gelingt das Kunststück, Werke von höchst unterschiedlichen Künstlern aus verschiedenen Epochen so klingen zu lassen, als wären sie eigens für [em] geschrieben worden. Mahler, Schubert, Kraftwerk – sie dienen dem Trio als Motiv-Steinbruch, aus dem sie sich ihre eigentümlichen Gebäudekomplexe bauen.
In diesen Gemäuern gibt es einen Clubkeller für elektronische Musik, in dem merkwürdigerweise ein Cembalo steht, ein Zimmer für hymnischen Indie-Rock à la Radiohead, eine Gebetsecke für die Romantik sowie einen begehbaren Kleiderschrank mit Minimal Music und indonesischen Glocken.
Es ist skurril, es ist geheimnisvoll, es ist erhaben. Man möchte hier gleich einziehen.

Josef Engels, 03.03.2012



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Wo kam das auf einmal her? Fragte man sich, als im November vergangenen Jahres dieser Schubert-Zyklus mit Nikolaus Harnoncourt und dem Chamber Orchestra of Europe aus den ORF-Archiven wie von Zauberhand wiederauftauchte. Harnoncourt war mit dem Kammerorchester eng verbunden, die Schubert-Sinfonien hatte er beim von ihm gegründeten Styriarte-Festival in Graz 1988 wellenschlagend dargeboten. Nun ist der Live-Mitschnitt auf 4 CDs erhältlich. Sowohl der Dirigent als auch das Orchester beweisen […] mehr »


Top