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Josse Boutmy, Godefroid Staes, Charles-Joseph van Helmont, Natalis vander Borcht u.a.

18th-Century Flemish Harpsichord Music

Ewald Demeyere

Challenge/Sunny Moon CC72528
(74 Min., 3/2011) SACD

Keine Sorge ‒ niemanden von den auf dieser CD vorgestellten flämischen Komponisten des 18. Jahrhunderts muss man kennen. Aber den Namen des ausführenden Cembalisten Ewald Demeyere sollte man sich spätestens nach den anregenden und unterhaltenden 74 Minuten Musik dieser Scheibe notieren – wenn man ihn nicht schon vorher als aufstrebenden Meisterschüler Jos van Immerseels, Mitglied von Ensembles wie La Petite Bande oder Il Fondamento und leitenden Gründer des Bach Concentus im Fokus hatte. Was aber ist nun mit den Herren Josse Boutmy, Dieudonné Raick, Natalis vander Borcht, Charles-Joseph van Helmont und wie sie sonst noch mit ihren halb französischen, halb flämischen Namen heißen? Nun, die Musikgeschichte haben sie sicher nicht neu geschrieben. Aber sie waren gute Handwerker, hatten Esprit und kannten die aktuelle Mode. Es ist ein Glück für sie, dass sich Demeyere ihrer angenommen hat – denn er ist Künstler und Wissenschaftler genug, um die duftige, modische Frische, welche die Zeitgenossen in den Stücken wahrgenommen haben, nicht nur zu erkennen, sondern auch erlebbar zu machen. Der Belgier weiß nämlich, wie man ein „flämisches Andante“ mit seinen auf dem Papier nach Nichts aussehenden, trottenden Achteln zum Singen bringt, wie man Bewunderung für Frankreich, Sehnsucht nach Italien und nordische Nüchternheit verbindet; er weiß, mit welchen Registern man ein Glockenspiel nachahmt und wie man das Ideal der galanten Konversation, nämlich geistreich zu sein ohne in gesuchte Tiefe zu verfallen, in Töne umsetzt. Ein idealer Partner ist ihm dabei das Joannes Daniel Dulcken-Cembalo aus dem Vleeshuis Antwerpen, das fein gesponnenen Diskantmelodien elegante Fülle und vollgriffigen Passagen Klarheit bei orgelartigem Farbreichtum verleiht.

Carsten Niemann, 10.03.2012



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