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N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



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Claude Debussy

La mer

Los Angeles Philharmonic, Esa-Pekka Salonen

Arthaus/Naxos 100 317
(60 Min., 1997) 1 DVD

Als Nachfolger von Zubin Mehta und Carlo Maria Giulini hat sich Esa-Pekka Salonen als Chef-Dirigent des Los Angeles Philharmonic Orchestra zu einem weltweit mit zu den besten zählenden Männern für alle Fälle entwickelt. Ob romantische Sinfonie oder Filmmusik, ob die Franziskus-Oper von Olivier Messiaen oder brandaktuelle Partituren u. a. von John Adams - der Finne Salonen und seine kalifornischen Edelmusikanten passen nicht nur seit 1992 zusammen. Seit Salonen spielt das Orchester längst wieder in der US-Top-Five-Liga. Als Klangsensualist, der Salonen auch als Komponist ist, kann er selbst Repertoire-Dauerbrenner neu entflammen, ohne selbst bei scheinbar bildhaften Kompositionen den Assoziationsrahmen zu sprengen. Wie beispielsweise bei Debussys "La Mer", um das sich das DVD-Porträt "Esa-Pekka Salonen - In Rehearsal" dreht.
Bei aller Akribie, mit der Salonen die Orchestergruppen durch die Partitur mit ihren luftigen, duftenden und geheimnisvoll verschlungenen Brisen navigiert, ist es konkret fassbare Musizierkunst, die "La Mer" zur absoluten Musik macht. Und auch wenn man sich bei laufenden Kameras in der Probenarbeit vielleicht noch selbstbewusster behaupten möchte, ist der gemeinsame Fluss und Atem zwischen Dirigent und Orchester allgegenwärtig. Auch dank Salonens Werk-Erläuterungen, die im Gegensatz zu Simon Rattles überlockerer Pädagogik schon erholsam nüchtern wirken, lernt man einen Klassiker des 20. Jahrhunderts nicht nur porentief in seiner visionären Kraft kennen. Fast möchte man Salonens Behauptung unterschreiben, dass Debussy mehr für die Musik des 20. Jahrhunderts geleistet hat als die sog. "Zweite Wiener Schule".

Guido Fischer, 21.07.2006



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