Responsive image

Between Shadow and Light

Patrick Bebelaar, Joe Fonda, Herbert Joos

Double Moon/Sunny Moon DMCHR 71108
(53 Min., 4/2011)

Es gibt Platten, die berühren einen schon mit den ersten Tönen und wühlen einen so auf, dass man nur mit Mühe Worte findet, um das Erlebte zu schildern. „Between Shadow and Light“ ist eine solche Scheibe, die von Einsamkeit, Zusammenfinden, Sehnsucht und einem Hauch von Glück erzählt. Sie beginnt mit Patrick Bebelaars „Duscha Moja“, einer volksliedhaft schönen Huldigung an seine Frau und führt zu einem beunruhigenden „Requiem For Pit“, das er dem Dichter Peter O. Chotjewitz gewidmet hat, mit dem er jahrelang bei Lesungen aufgetreten ist. Joe Fonda lässt dieses Abschiedslied mit vollen, warmen Kontrabasstönen ausklingen, nachdem zuvor Herbert Joos langsame, von starkem Atemhauch dominierte Töne die unruhigen Klavierbewegungen Bebelaars überlagert hatte. Mit dem Bassisten, einem Weggefährten des Saxofonisten Anthony Braxton, und dem Trompeter und Flügelhornisten Herbert Joos hat Bebelaar Geistesverwandte neben sich – alle drei lieben die freie Improvisation und beide zeichnet ein immenses Form- und Harmonieempfinden aus. „Small Melody For A. Schönberg“, „Reload“ und „Love Song“ sind ebenso aufmerksam wie gelassene Triostücke – „Free Jazz“ im besten Sinne des Wortes: einerseits auf der Basis von Themen sehr frei improvisiert und andererseits von einem tiefen Einverständnis geprägt. Hinzu kommen je eine Solo-Improvisation von Joos und Ferla sowie Klaviersoli von Bebelaar über „My One and Only Love“, „Reloaded“ und „I Remember Clifford“. Dicht und intensiv ist diese Musik, voll an Gedanken und Wendungen und trotzdem nicht überfrachtet. Sie zu hören ist ein Genuss.

Werner Stiefele, 12.05.2012



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top